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Psychotherapie: Verfahren, Therapeuten und Tücken

So finden Sie Heilung, wenn Ihre Seele leidet

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Wie finden Sie den richtigen Therapeuten?

Vom Entschluss zur Therapie bis zum Therapeuten ist oft noch ein Weg zurückzulegen: Die Therapeuten und Verfahren unterscheiden sich erheblich, außerdem ist es mitunter nicht ganz einfach, sofort einen Platz zu erhalten. Auf jeden Fall gilt: Vergleichen und informieren lohnt sich!

 

Der Weg zum richtigen Therapeuten

Die wichtigste Regel für die Wahl eines Therapeuten: Verlassen Sie sich voll und ganz auf Ihr Gefühl. Ist Ihnen der Therapeut oder die Therapeutin nicht von Anfang an sympathisch, wechseln Sie zu einem anderen Fachkollegen. Denn Vertrauen ist Basis und Erfolgsgrundlage jeder Therapie. Und vertrauen werden Sie nur einer Person, mit der Sie sich auf gleicher Wellenlänge fühlen bzw. bei der Sie einfach ein gutes Gefühl haben. Gegenseitige Sympathie und Vertrauen ist das A und O jeder erfolgreichen Therapie.

Auf der Suche nach einem geeigneten Therapeuten werden Sie auf unterschiedliche Berufsbezeichnungen stoßen. Neben den Behandlern mit dem gesetzlich geschützten Titel "Psychotherapeut/in" gibt es weitere Berufsgruppen, die Psychotherapie anbieten.

Zu den Psychotherapeuten gehören:

  • der Psychologische Psychotherapeut; er ist Diplompsychologe - hat also eine Universitätsausbildung in Psychologie abgeschlossen - mit einer mehrjährigen psychotherapeutischen Zusatzausbildung.
  • der Mediziner mit einer psychotherapeutischen Zusatzausbildung; in vielen Fällen sind dies Ärzte mit einer psychiatrischen Fachausbildung. Es finden sich aber auch Ärzte aller anderen Fachrichtungen unter den "Ärtzlichen Psychotherapeuten", die psychotherapeutische Zusatzausbildung steht allen Medizinern offen. Der Mediziner darf im Gegensatz zum Psychologischen Psychotherapeuten Medikamente verschreiben.
  • der Diplom-Pädagoge, der Diplom-Sozialpädagoge und Sozialarbeiter, der als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut arbeitet.

Welche Ausbildung Ihr Therapeut haben sollte, hängt vor allem von der Art Ihrer Probleme ab. Lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt beraten. Auf alle Fälle sollten Sie das Erstgespräch auch dazu nutzen, sich darüber klar zu werden, ob mit diesem Therapeuten eine vertrauensvolle Beziehung möglich sein wird.

Erkundigen Sie sich auch bei Ihrem Hausarzt nach Namen und Adresse eines geeigneten Therapeuten oder einer Therapeutin. Vielleicht können Ihnen auch Freunde und Bekannte einen guten Tipp geben, an wen Sie sich am besten wenden. Auch das Gesundheitsamt erteilt Ihnen Auskunft.

 

Die verschiedenen Therapien

Neben der Wahl zwischen verschiedenen Berufsgruppen müssen Sie sich auch für eines der zahlreichen therapeutischen Verfahren entscheiden. Informieren Sie sich im Voraus sorgfältig über die einzelnen Angebote und auch darüber, welche Therapiearten von Ihrer Krankenkasse bezuschusst oder gar ganz bezahlt werden. Die gängigsten unter den Psychotherapien sind:

  • Die Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie: Diese Form der Gesprächstherapie ist wahrscheinlich am bekanntesten und gehört mit der Psychoanalyse und der Verhaltenstherapie zu den Verfahren, deren Kosten in Deutschland von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden können. Der Therapeut agiert hauptsächlich als Zuhörer und wird die Erzählungen seines Gegenübers widerspiegeln. Auf diese Weise gewinnt der Patient neue Einsichten über seine Emotionen, Ängste, Befürchtungen und (inneren) Konflikte.
  • Die Psychoanalyse: Sie funktioniert ähnlich wie die Gesprächstherapie, jedoch gehen die Gespräche sehr viel tiefer. Hier werden unbewusste Probleme und Ereignisse der Vergangenheit aufgearbeitet und damit die heutigen Probleme an der Wurzel, nämlich der Ursache, angepackt. Eine Psychoanalyse ist meist ein langwieriger Prozess und dauert oft mehrere Jahre.
  • Die Verhaltenstherapie: Diese Therapie sucht nicht die Ursachen seelischer Konflikte in der Kindheit, sondern verfolgt das Ziel, das Verhalten des Patienten zu beeinflussen zu ändern. Dies hat sich unter anderem bei Zwangs- und Angststörungen sowie Depressionen als sehr erfolgreich erwiesen. Der Therapeut deckt unbewusste Verhaltensmuster beim Patienten auf und hilft ihm anschließend, diese zu bewältigen.
  • Die Gestalttherapie: Gespräche, Wahrnehmungsübungen, Rollenspiele, Traumarbeit und kreatives Gestalten sind hier Methoden, um schädigende Verhaltensmuster aufzudecken und den Patienten in direkten Kontakt zu seinen Wünschen und Gefühlen zu bringen. Diese Therapieform ist ganz auf die Gegenwart konzentriert.
  • Die Körpertherapie: Unter diesem Oberbegriff verbergen sich Therapien wie Bioenergetik, Shiatsu, Wasser-Shiatsu, Tanztherapie oder Yoga. Hier wird die Wahrnehmung der eigenen Gefühle gestärkt. Übungen zur Atmung und Körperhaltung sind hier ein wesentlicher Bestandteil der Therapie.
  • Das Neurolinguistische Programmieren (NLP): Bei diesem Verfahren wird davon ausgegangen, dass Sprachmuster, Körpersprache und Denkprozesse eng miteinander verknüpft sind und daher auch bei der Behandlung seelischer Störungen von Nutzen sein können. Es umfasst unterschiedlichste Methoden, die auf die Lösung gegenwärtiger Konflikte zielen und dabei die ureigensten Fähigkeiten zur Problemlösung stärken und nutzbar machen.

Die einzelnen Therapiesitzungen finden meist regelmäßig statt. Das kann je nach Therapieform ein- bis dreimal in der Woche oder auch 14-tägig sein. Die gesamte Behandlung kann lediglich über Wochen oder aber auch über einige Jahre gehen.

In einigen Fällen müssen die Therapien anfänglich oder kurzzeitig medikamentös begleitet werden. Die Arzneimitteltherapie behebt dabei nicht die Ursachen der seelischen Probleme, lindert aber die Symptome und ermöglicht die Bewältigung des Alltags.

 

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aus der wissen.de-Redaktion
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