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Rätsel des Alltags

Alkohol mit Trinkhalm?

Alkohol mit Strohhalm
Alkohol mit Strohhalm

Wenn wir Alkohol durch einen Trinkhalm schlürfen, verteilt er sich besser über die Mundschleimhaut und gelangt schneller in die Blutbahn?

Wer seinen Drink durch einen Trinkhalm saugt, bekommt angeblich schneller einen Schwips. Das scheint irgendwie logisch. Denn wenn wir Alkohol durch einen Trinkhalm schlürfen, verteilt er sich besser über die Mundschleimhaut und gelangt schneller in die Blutbahn.

Theoretische Überlegungen

Dadurch kann der Alkohol seine berauschende Wirkung viel früher im Gehirn entfalten. Der Promillegehalt im Blut müsste also deutlich höher sein, als wenn der Alkohol zuerst in Magen und Darm gelandet wäre. Außerdem würde er dort teilweise von Enzymen abgebaut, bevor er in den Blutkreislauf gelangt. Nun theoretisch ist das durchaus denkbar, aber es gibt keine Untersuchung, die das belegt.

Fein, aber zu klein

Dagegen spricht auch, dass die Mundschleimhaut nur 200 Quadratzentimeter groß ist, die Magenschleimhaut umfasst hingegen 2.000 Quadratzentimeter. Der Dünndarm hat eine Oberfläche von rund 100 Quadratmetern; die Möglichkeiten, Alkohol aufzunehmen, sind beim Trinken ohne Halm also bei weitem größer.

Placebo-Effekt?

Aber: Personen, die mit Bier, einem Mixgetränk oder mit Wein den Trinkhalm-Test gemacht haben, hatten das Gefühl, eher beschwipst zu sein als sonst. Die Beantwortung der Frage, ob es sich nun dabei tatsächlich um einen schnelleren Promilleanstieg im Blut oder eher um eine Art Placebo-Effekt handelt, bleibt den Forschern überlassen. Natürlich kann man das auch mal selbst testen, aber bitte vorsichtig!
 

Dr. Alexander Stahr
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