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Rätsel des Alltags

Hautkontakt unerwünscht: Warum klebt der Duschvorhang?

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Warum klebt der Duschvorhang zu gerne am Körper?

Warum klebt der Duschvorhang am Körper?

 

Wer kennt dieses unangenehme Verhalten des Duschvorhangs nicht? Kaum zugezogen klebt er am Körper, wenn die Brause rauscht. Schuld ist der Unterdruck bei strömenden Flüssigkeiten und Gasen.

 

Bitte ein Stück Papier

Holen Sie sich doch einmal ein dünnes Blatt Papier oder einen Kassenzettel. Nun halten Sie das Papier mit beiden Händen an die Unterlippe und pusten Sie kräftig. Was passiert? Das Papierstück kommt auf einmal nach oben. Was Sie eben erlebt haben, ist der so genannte „Bernoulli-Effekt“.

 

Die Geschwindigkeit macht´s

Der Schweizer Physiker Daniel Bernoulli (1700 - 1782) beschrieb im 18. Jahrhundert einen merkwürdigen physikalischen Effekt: Wenn Flüssigkeiten wie Wasser und Gase wie unsere Atemluft strömen, üben sie einen geringeren Druck auf Ihre Umgebung aus, als wenn sie sich nicht bewegen. Je höher die Geschwindigkeit, desto geringer wird der Druck, den sie auf irgendetwas ausüben.

 

Blasen Sie über den Papierstreifen, dann ist dort die Geschwindigkeit der Luft größer als unter dem Papier. Denn dort bewegt sich die Luft nicht oder nur wenig. Dadurch wird der Druck der Luft auf das Papier an der oberen Seite verringert. Es entsteht ein Unterdruck, der das Blatt nach oben saugt.

 

Unter der Dusche strömt es

Auch unter der Dusche gibt es schnell strömende Luft und Flüssigkeit, die einen Unterdruck erzeugen und damit den Duschvorhang in Richtung Köper bewegen. Außer dem Bernoulli-Effekt wirken dabei auch noch durch die Strömung bedingte winzige Luftwirbel.

 

Ein gefährlicher Effekt

Der Bernoulli-Effekt sorgt auch bei einem Flugzeug dafür, dass es fliegt. Auch im weiteren Alltag tritt der Bernoulli-Effekt immer wieder auf. Doch hier ist der unheimliche Sog häufig nicht ganz ungefährlich. Wenn ein Motorradfahrer schnell an einem LKW vorbei fährt, strömt die Luft zwischen seinem Körper und dem Lastwagen ebenfalls schnell hindurch. Wiederum entsteht ein Unterdruck, und der Fahrer wird in Richtung des Lastwagens gesaugt. Das kann bei einem Überholmanöver gefährlich werden.

Dr. Alexander Stahr
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