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Rätsel des Alltags

Schnecken Essen

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Warum isst man Weinberg- und keine Nacktschnecken? Da ist zum Beispiel schon alleine das äußere Erscheinungsbild der Nacktschnecken.

Wir essen Weinbergschnecken als Delikatesse mit Kräuterbutter. Seeschnecken sind zum Beispiel in Frankreich als Meeresfrüchte sehr beliebt. Doch beim Gedanken an eine Nacktschnecke auf dem Teller, dürfte manch einem Zeitgenossen übel werden. Aber warum?

Ekliger Schleim mit Warnung

Dafür gibt es mehrere Gründe. Da ist zum Beispiel schon alleine das äußere Erscheinungsbild der Nacktschnecken. Sie sehen nicht sehr appetitlich aus. Vor allem die Rote Wegschnecke, die manch einen Gärtner zum Wahnsinn treibt. Rot ist im Tierreich eine verbreitete Warnfarbe. Fass mich nicht an! Zudem sind die Tiere mit einem ekligen Schleim bedeckt.

Manche haben es probiert

Wichtige Organe der Weinbergschnecken befinden sich im Gehäuse. Man isst sie nicht mit. Bei den Nacktschnecken sind sie überall verteilt. Und Nacktschnecken sind Allesfresser. Sie machen sich auch über Aas her, fressen sogar ihre Artgenossen. Leben also hin und wieder kannibalisch. Das schreckt zusätzlich ab. Es soll aber Leute geben, die Nacktschnecke schon einmal probiert haben. Der üble Geschmack sei Tage nicht mehr aus dem Mund zu bekommen.

Ein willkommener Happen

Im übrigen Tierreich sieht die Sache ganz anders aus. Für viele heimische Vier- und Zweibeiner scheinen Nacktschnecken ein willkommener Happen zu sein. Wildschweine und Igel fressen sie. Auch Amseln. Die Vögel schnappen die Schnecken und reiben sie so lange auf dem Boden hin und her, bis der Schleim ab ist. Guten Appetit!
 

Dr. Alexander Stahr
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