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Rätsel des Alltags

Spürt man Blicke im Rücken?

Auge
Der Blick in den Rücken

Viele Menschen glauben zu spüren, wenn sie angestarrt werden. Ist das möglich?

Kann man Blicke im Rücken spüren?

Jeder hatte sicherlich schon einmal das Gefühl, dass einen jemand von hinten anstarrt. Viele Leute sagen, es gäbe so etwas wie einen „sechsten Sinn“, der uns verrät, wenn uns jemand von hinten anstarrt. Stimmt das tatsächlich?

 

Übersinnliche Wahrnehmungen?

Man läuft über einen einsamen Platz. Weit und breit kein Mensch. Aber man hat das Gefühl, von hinten beobachtet zu werden. Das ist unangenehm, und man dreht sich um. Und tatsächlich, da hinten steht eine Person, die herüberschaut. Sind das übersinnliche Wahrnehmungen, die einen bemerken lassen, dass man beobachtet wird? Gibt es da etwas, dass die Wissenschaft noch nicht geklärt hat? "Nein“, sagt Dr. Rainer Wolf. Er ist Biologe und Physiker am Biozentrum der Universität Würzburg.

 

Der reine Zufall

Es wäre eine Revolution in der Wissenschaft, wenn wir Blicke im Rücken nachweislich spüren könnten, meint der Forscher. Er hat zwei ganz normale Erklärungen für dieses Phänomen. Eine Rolle dabei spielt die so genannte selektive Wahrnehmung. Das bedeutet, dass man sich recht häufig am Tag mal umdreht und dann niemanden sieht. All diese Fälle vergessen wir sofort wieder, denn wir denken uns nichts weiter dabei. Dann dreht man sich um, und es steht wirklich jemand da, der herüber schaut. Also Zufall.

 

Reize lösen einen Reflex aus

Manchmal gaukeln uns aber auch unsere Augen oder Ohren so etwas wie einen „sechsten Sinn“ vor. Zum Beispiel dann, wenn die Sehzellen am Rand unseres Gesichtsfeldes eben doch eine Bewegung gemeldet oder wir Sekunden vorher unbewusst ein Geräusch bemerkt haben. Solche Reize lösen einen Reflex aus, und wir drehen uns ungewollt um. Man hat also beim Gang über den einsamen Platz tatsächlich etwas vom heimlichen Beobachter gesehen oder gehört, ohne dass es einem im ersten Augenblick bewusst wurde.

 

Im Augenwinkel

Dann macht es im Kopf "klick", und man glaubt beobachtet zu werden, obwohl man die Person eigentlich schon im Augenwinkel gesehen oder gehört hat. Welche der beiden Erklärungen zutrifft, hängt sicherlich von der jeweiligen Situation

Dr. Alexander Stahr
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