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Rätsel des Alltags

Verseuchen Zigarettenkippen das Wasser?

Sie rudert, er nimmt genüsslich, vom Anblick des reizenden weiblichen Körpers in Aktion stimuliert einen letzten tiefen Zug blauen Dunst und schnippt die Kippe In Machomanier über Bord. Stopp! Das geht gar nicht, denn was gerade im See gelandet ist, bekommt den Bewohnern des Gewässers überhaupt nicht. Die Kippe ist pures Gift, was sie zu seinem Glück vielleicht nicht weiß.

 

Nicht nur ein ästhetisches Problem

Eine Kippe im Wasser zu entsorgen ist natürlich viel bequemer, als sie auszudrücken und ordnungsgemäß irgendwo im Restabfall zu entsorgen. Die im Wasser treibende Kippe ist jedoch nicht nur ein ästhetisches Problem. Sie ist ein echtes Umweltproblem. Forscher der San Diego State University haben Fische in Wasser gehalten, das mit Zigarettenkippen belastet war. Sie ließen einen Tag lang eine Kippe pro Liter im Wasser schwimmen, dann kamen die Fische in dieses Wasser. Die Hälfte der Tiere starb.

 

Gifte wie Arsen

Doch auch in weitaus stärkerer Verdünnung wirken sich die in einer Kippe enthaltenden Chemikalien verheerend aus. Eine Zigarettenkippe kann bis zu 60 Liter Wasser verseuchen. Wenn Umweltaktivisten an Küsten Müll einsammeln, ist jedes dritte Stück Müll eine Zigarettenkippe. Schmilzt der Schnee auf Skipisten, so werden unzählige Kippen von süchtigen Wintersportlern in Bäche und Flüsse verfrachtet. Und mit ihnen neben dem Nervengift Nikotin auch Gifte wie Arsen. Wer nach dem letzten Zug schnippt, gefährdet die Umwelt und sollte dies der Allgemeinheit sowie großen und kleinen Tieren zuliebe unbedingt sein lassen.

Dr. Alexander Stahr
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