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Rätsel des Alltags

Warum hat Salz ein Haltbarkeitsdatum?

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Das weiße Gold

Kochsalz oder Steinsalz findet sich in jedem Haushalt. Es ist ein wasserlösliches, monomineralisches, chemisches Sedimentgestein und besteht aus dem Mineral Halit mit der chemischen Bezeichnung Natriumchlorid, kurz NaCl. Es kann Millionen Jahre alt sein. Warum dann ein Mindesthaltbarkeitsdatum?

 

 

Kochsalz mit Zusätzen

Auf manchen Verkaufsverpackungen von Koch- oder Steinsalz ist ein Mindesthaltbarkeitsdatum aufgedruckt. Dabei handelt es sich um Salz, dem Zusatzstoffe beigefügt wurden. Etwa Natriumfluorid zur Kariesprophylaxe und Kaliumjodat zur Vorbeugung gegen Jodmangel und Kropfbildung. Hin und wieder wird Salz auch mit dem „Frauenvitamin“ Folsäure versetzt, um Missbildungen beim ungeborenen Kind vorzubeugen. So finden sich auf den Verpackungen dieser Tafelsalze Hinweise wie „+Fluorid“, „+Fluorid + Folsäure“, „Mit Fluorid“, „Jodiertes Speisesalz“ oder „Jodsalz + Fluorid“.

 

Ein paar Millionen Jährchen

Laut Verordnung über die Kennzeichnung von Lebensmitteln (Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung, LMKV) müssen Verkaufsverpackungen von jodierten Speisesalzen ein Mindesthaltbarkeitsdatum aufweisen. Dieses Datum garantiert den auf der Verpackung angegebenen prozentualen Mindestanteil an instabilem Kaliumjodat. Die weitere Verwendung des Salzes nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums ist laut Institut für Lebensmittelchemie und Lebensmittelbiotechnologie in Gießen jedoch völlig unbedenklich. Wenn das hygroskopische Kochsalz trocken bleibt, darf man das Mindesthaltbarkeitsdatum also schon mal um ein paar Millionen Jährchen überschreiten.

 

So wie beim Kaugummi

Bei reinem Koch- oder Speisesalz muss laut Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung Paragraph 7, ähnlich wie beispielsweise bei „Getränken mit einem Alkoholgehalt von zehn oder mehr Volumenprozent“, „Zucker in fester Form“, „Kaugummi und ähnlichen Erzeugnissen zum Kauen“ oder „Speiseeis in Portionspackungen“ kein Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben werden. Man kann also auch Verordnungstexten eine gewisse Logik unterstellen.

Dr. Alexander Stahr
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