wissen.de
Total votes: 0
Rätsel des Alltags

Warum ist Leitungswasser hart?

Im gefrorenen Zustand ist Leitungswasser zweifelsohne recht hart. Doch der Begriff "hart" oder "Wasserhärte" bezieht sich für gewöhnlich auf Wasser im flüssigen Aggregatzustand, das aus der Trinkwasserleitung kommt. Es gibt hartes und weiches Trinkwasser. Wie das?

 

Säure löst Kalkstein auf

Leitungswasser ist zum Beispiel dann hart, wenn das Wasser oder Grundwasser in einem Gebiet gewonnen wird, in dem Kalksteine (CaCO3) vorherrschen oder zumindest vorkommen. Durch reines, destilliertes Wasser ist Kalkstein nicht löslich. Doch durch das Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre ist Niederschlagswasser auch ohne anorganische Säuren durch Industrieabgase stets eine schwache Säure, eine Kohlensäure, die Kalk löst.

 

Pflanzen tragen zur Auflösung bei

Zudem sind im Boden durch Ausscheidungen von Pflanzenwurzeln und Zersetzungsprozesse von organischen Substanzen zahlreiche organische Säuren vorhanden, die beim Durchsickern des Untergrundes mit damit beladenem Niederschlagswasser ebenfalls Kalkgesteine angreifen und lösen. Im Grundwasser liegt der gelöste Kalk dann als Calcium-Ion und Hydrogencarbonat-Anion vor.

 

Wie Kesselstein entsteht

Verdunstet das Wasser, so fällt wieder in reinem Wasser unlöslicher Kalk aus. In Töpfen und an Rohrleitungen bildet sich dadurch allmählich der so genannte Kesselstein. Auch die Tropfsteine in Karsthöhlen entstehen auf diese Weise. Daher kann Wasser "hart" sein oder ein hartes Produkt hinterlassen, wenn es verdunstet ist.

Dr. Alexander Stahr
Total votes: 0