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Rätsel des Alltags

Warum ist Vitamin A gut für die Augen?

Karotten sind gut für die Augen?
Karotten sind gut für die Augen?

Häschen brauchen keine Brille, denn sie fressen gerne Karotten. Klar, dieses Gemüse liefert dem Körper viel Vitamin A und das ist bekanntlich gut für die Augen.

Häschen brauchen keine Brille, denn sie fressen gerne Karotten. Klar, dieses Gemüse liefert dem Körper viel Vitamin A und das ist bekanntlich gut für die Augen. Aber warum ist Vitamin A gut für die Augen?

 

Tierische Vitamine

Vitamine sind chemische Stoffe, die für unsere Gesundheit unentbehrlich sind. Eines der lebenswichtigen Vitamine ist Vitamin A. Der Körper erhält dieses Vitamin direkt von Lebensmitteln, die von Tieren stammen: Fisch, Leber, Milchprodukte und Eier. Sie alle enthalten viel Vitamin A.

Fressen Häschen Fisch?

Häschen fressen natürlich keinen Fisch. Aber in Karotten, Spinat, Salat und vielen anderen Gemüse- und Obstsorten sind Carotinoide enthalten. Das sind gelb-rot-orangene Pflanzenfarbstoffe, aus denen der Körper in der Dünndarmwand Vitamin A bilden kann. Bei Spinat oder Feldsalat sieht man den Farbstoff nur nicht, weil er vom Blattgrün, dem Chlorophyll, überdeckt wird.

Stäbchen und Zapfen

Vom Darm wird Vitamin A zur Leber transportiert, wo es gespeichert wird. Wenn der Körper Vitamin A braucht, gibt es die Leber an das Blut ab und schickt es beispielsweise zu den Sehzellen in der Netzhaut der Augen.

Geringe Lichtempfindlichkeit

In der Netzhaut gibt es zwei Arten von Sehzellen: Stäbchen und Zapfen. Die Stäbchen sind sehr lichtempfindlich. Sie können schon geringe Lichtmengen wahrnehmen. Deshalb können wir auch bei schlechter Beleuchtung oder Mondschein noch etwas sehen. Die Zapfen haben eine geringe Lichtempfindlichkeit und sind vor allem dafür zuständig, dass wir Farben sehen können. Sie funktionieren aber nur bei ausreichender Helligkeit. Aus diesem Grund können wir bei Mondschein auch keine Farben unterscheiden.

Aus Vitamin A wird Sehpurpur

Vitamin A wird in den Stäbchenzellen in den sehr lichtempfindlichen Farbstoff "Sehpurpur" umgewandelt. Wenn nur etwas Licht auf diesen Farbstoff trifft, dann zerfällt er wieder. Bei diesem chemischen Vorgang wird ein elektrischer Reiz erzeugt, der über die Nervenbahnen zum Gehirn gelangt. Dadurch erfährt es, was das Auge im Dunkeln gerade sieht.

Ohne Vitamin A wird man nachtblind

Nimmt der Körper zu wenig Vitamin A auf, so kann sich nicht genügend Sehpurpur in den Stäbchen bilden. Die Folge: Es kommen im Dunkeln kaum noch elektrische Reize vom Auge zum Gehirn, man wird nachtblind. Deshalb ist Vitamin A so gut für die Augen. Am Tag oder bei hellem Lampenlicht sehen wir fast ausschließlich mit den Zapfen, weil dann auch für diese Zellen genug Licht vorhanden ist. Vitamin A ist aber auch wichtig für die Haut und es fängt so genannte freie Radikale im Körper, die Krebs auslösen können.

An Salat gehört Öl

Vitamin A gehört zu den fettlöslichen Vitaminen. Das bedeutet, dass es nur wirksam ist, wenn es zusammen mit Fett aufgenommen wird. Deshalb gehört an den Salat immer etwas Pflanzenöl. Da Vitamin A vom Körper gespeichert wird, kann es zu einer Überdosierung kommen, wenn man zur normalen Nahrung noch Vitaminpillen schluckt. Übelkeit, Kopfschmerzen, Haarausfall und Leberschäden können die Folge sein.
 

Dr. Alexander Stahr
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