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Rätsel des Alltags

Warum muss man Haare schneiden?

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Rätsel des Alltag - Haare schneiden


Nicht gerade billig, so ein Friseurbesuch, vor allem für die Damenwelt. Doch für einen modischen Schnitt ist er alle paar Wochen unumgänglich. Wer aber langes Haar liebt, kann sich das Schneiden der gesunden Haare sparen. Sie fallen ab einer bestimmten Länge von alleine aus.

Haare haben eine begrenzte Lebensdauer

Ein Kopfhaar sprießt etwa drei bis fünf Jahre in die Länge. Jeden Tag wächst es dabei um rund 0,3 Millimeter. Lässt man die Schere weg, so erreicht das filigrane Gebilde aus dem Eiweiß Keratin schließlich eine Länge von etwa 60 Zentimetern und fällt dann aus. Niemand muss also Angst haben, sich ohne Friseur eines Tages auf die Haare zu treten.

Alle Pelze sind fortwährender Erneuerung unterworfen

Haare schneiden ist nicht notwendig. Und wer nicht „offen“ tragen möchte, kann sein Haupt mit Haarknoten und Zopf zieren. Das Friseurhandwerk lebt von Mode, Tradition, Eitelkeit und Spliss und nicht durch biologische Notwendigkeit. Bei allen übrigen Fell tragenden Tieren verhält es sich nicht anders. Auch der „Pelz“ von Affen oder Bären ist fortwährender Erneuerung unterworfen. Und zwar so, dass ihr Pelz stets die gleiche Länge und Dichte hat, sieht man einmal von Sommer- und Winterpelzen ab.

Körperhaare wachsen langsamer

Interessanterweise fallen die Körperhaare des Menschen viel öfter aus und wachsen deutlich langsamer. Daher müssen auch die größten Machos keine Hand an ihren Brustpelz legen. Warum uns die Natur mit einer fast 60 Zentimeter langen Kopfhaarpracht und nur mageren Körperhärchen ausgestattet hat, ist auch den Biologen bis heute nicht klar.

Die Mär vom schnelleren Wachstum

Oh Gott! Babys Haare sind schrecklich licht und wollen einfach nicht so richtig wachsen. Die Haar-Panik der entsetzten Eltern setzt sich später beim pubertierenden Junior fort: Wo bleibt der Rauschebart? In beiden Fällen gibt es scheinbar eine Lösung: Die Haare auf Kopf und Kinn müssen geschnitten werden, und zwar so oft wie möglich, dann sprießen sie. Doch das ist leider eine Mär.
 

Dr. Alexander Stahr, Taunusstein
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