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Rätsel des Alltags

Warum sind Erdbeeren keine Beeren?

Erdbeeren
Süße Frucht

Die Johannisbeere, die Preiselbeere, die Heidelbeere und selbst die Banane und der Kürbis sind echte Beeren.

Die Johannisbeere, die Preiselbeere, die Heidelbeere und selbst die Banane, die Tomate und der Kürbis sind echte Beeren. Himbeeren, Erdbeeren und Brombeeren binden uns hingegen einen Bären auf, weil sie keine Beeren sind. Und warum das so ist, das schauen wir uns einmal genauer an.

 

Narbe, Griffel, Knoten

Der Samen einer Frucht ist von der Fruchtwand umgeben, die botanisch Perikarp heißt und nichts anderes ist, was wir allgemein als Fruchtfleisch bezeichnen. Das Wort stammt vom griechischen Wort „karpus“, welches Frucht bedeutet. Es entwickelt sich aus dem Fruchtblatt einer Blüte, das sich in ihrer Mitte über dem Blütenboden befindet und von oben nach unten in Narbe, Griffel und Fruchtknoten unterteilt ist.

 

Endo, Meso, Exo

Das Perikarp ist wiederum in drei Schichten gegliedert. In eine Innere, Endocarp genannt, in eine Mittlere (Mesokarp) und in eine Äußere (Exocarp). Bei manchen Pflanzen ist die innere Schicht des Pericarps verholzt. So zum Beispiel bei der Kirsche. Deshalb spricht man von einer Steinfrucht. Im Unterschied dazu ist die innere Schicht bei den Beeren ebenfalls weich. Zudem haben Beeren meist mehrere Samen. Wenn alle drei Schichten des Perikarps verholzt sind, spricht man von einer Nuss.

 

Aufgequollener Boden

Bei der Himbeere und der Brombeere handelt es sich um Sammelsteinfrüchte. So eine Himbeere oder Brombeere setzt sich nämlich aus mehreren kleinen Steinfrüchten zusammen. Bei der Erdbeere ist das Fruchtfleisch kein Perikarp mit drei Schichten, sondern der aufgequollene Blütenboden auf dem viele kleine Nüsse sitzen, die eigentlichen Früchte mit drei verholzten Schichten des Perikarps. Man nennt die Erdbeere deshalb auch Scheinbeere oder Sammelnussfrucht.
 

Dr. Alexander Stahr
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