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Rätsel des Alltags

Warum verlieren Hirsche ihr Geweih?

Hirsch
Das Hirschgeweih

Jährlich werfen Hirsche ihr Geweih im Frühjahr ab. Dann dauert es etwa vier Monate, bis das Hirschgeweih nachgewachsen ist.

Warum werfen Hirsche das Geweih ab?

So ein ausgewachsener Rothirsch ist eine imposante Erscheinung und das größte frei lebende Tier in Mitteleuropa. Mit großem Energieaufwand wächst ein Jahr lang sein Geweih. Dann wirft er es ab. Warum diese Mühe?

 

So ein Spießer

Ein Geweih trägt beim Rotwild nur das männliche Tier, weshalb das weibliche auch Kahlwild genannt wird. Das Geweih ganz junger Hirsche hat noch keine Verzweigungen. Diese Hirsche nennt man Spießer. Das Geweih wird in jedem Frühjahr abgeworfen, etwa Februar bis April. Dann wächst dem Hirsch innerhalb von vier Monaten ein neues Geweih.

 

Blutige Hautstreifen

Es besteht aus Knochen und ist in der Zeit des Wachstums gut durchblutet. Während dieser Zeit ist das Geweih von einer ebenfalls durchbluteten und behaarten Haut überzogen. Man nennt sie Basthaut. Gegen Ende der Wachstumszeit des Geweihs beginnt der Hirsch die Haut abzustreifen, indem er das Geweih an Zweigen und Baumstämmen reibt. Fegen nennt das der Jäger oder Wildbiologe. Daher hängen im Sommer blutige Hautstreifen vom Geweih herab.

 

Verknöchert und nicht mehr durchblutet

Anfang August ist das Wachstum des Geweihs endgültig abgeschlossen. Es ist nun vollständig verknöchert und nicht mehr durchblutet. Den Bereich des Kopfes, auf dem die Geweihstange aufsitzt, nennt man Rosenstock. Im Frühjahr wird die Zellschicht zwischen Rosenstock und Geweihstange wieder stark durchblutet. Dadurch lockert sich die Verbindung. Wenn der Hirsch mit dem Geweih nun irgendwo anstößt, fällt es ab. Große Geweihe fallen durch ihr Gewicht auch ohne Anstoßen ab. Warum der Hirsch sein Geweih jedes Jahr abwirft, ist bis heute noch nicht geklärt. Es bleibt also ein Rätsel.

Dr. Alexander Stahr
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