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Rätsel des Alltags

Warum zeigen Fußgängerampeln nur Männer?

Ob in München, Frankfurt am Main oder Hamburg: Die Fußgängerampeln zeigen stets einen roten stehenden oder einen grünen gehenden Mann, auch Ampelmännchen genannt. Wo bleibt da die Gleichstellung der Frau? In Zwickau, Dresden, Bremen, Köln, Werdau, Magdeburg und Erfurt findet man sie, die Ampelfrau.

 

Die erste Ampelfrau

Bei Fußgängerampeln ist man das Ampelmännchen gewohnt. Seit Beginn der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts leuchtet es mal grün, mal rot, fordert zum Gehen oder Stehen auf. Bis zum Jahr 2004 war die Frage "Warum nur Männer?" durchaus berechtigt. Doch im November jenes Jahres wurde in Zwickau die erste Ampelfrau installiert.

 

Frau mit Vorteil

Inwieweit die Gleichberechtigung von Mann und Frau dabei eine tragende Rolle spielte, sei dahingestellt. Die Ampelfrau hat jedoch einen Vorteil hinsichtlich der Verkehrssicherheit: Durch die Darstellung eines Rocks vergrößert sich die Leuchtfläche gegenüber dem Ampelmännchen. Im Januar 2005 erschien in Dresden die Ampelfrau, von der es in der Stadt an der Elbe inzwischen zehn Vertreterinnen gibt. 2010 tauchte die leuchtende Dame in Bremen auf, dann in Werdau, Köln und Erfurt. 2011auch in Magdeburg.

 

Kein zeitgemäßes Frauenbild

Die Ampelfrau hat lange Zöpfe und einen schwingendes Röckchen. Und so kam es wie es in der heutigen Zeit kommen musste. Das "Outfit" der rot-grünen Leuchtdame sorgte 2012 im brandenburgischen Städtchen Teltow für Aufregung. Die Fraktionsvorsitzende der Teltower SPD lehnte die Einführung der Ampelfrau in der Stadt ab, da sie kein zeitgemäßes Frauenbild vermitteln würde.

Hätte man vorausschauend vielleicht eher "Business Dress" mit Hose und Jackett wählen sollen? Einfacher wäre es, dem Männchen den Hut wegzunehmen. Dann fühlten sich insbesondere Kinder angesprochen. Und die sind bekanntlich die schwächsten Verkehrsteilnehmer.

Dr. Alexander Stahr
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