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Rätsel des Alltags

Wieso klappen manche Pflanzen bei Kälte ihre Blätter nach unten?

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Warum klappen die Blätter herunter?

Der Gartenliebhaber kennt das Phänomen. Der aufmerksame Spaziergänger sicherlich auch. Bei Minusgraden sehen viele immergrüne Sträucher recht schlapp und merkwürdig aus. Das ist natürlich Taktik gegen den Kälte- und Trockenstress im Winter.

 

Rollen gegen den Durst

Man sieht das Phänomen zwar auch bei den zahlreichen Kirschlorbeersorten und verschiedenen anderen immergrünen Sträuchern, doch am auffälligsten sind die Blätter der Rhododendren bei Frost eingerollt. Zudem hängen sie angewinkelt und schlapp nach unten. Damit bieten die Blätter eine geringere Fläche gegenüber der Sonneneinstrahlung, was vor stärkerer Verdunstung und Wassermangel schützt.

 

Frühzeitige Reaktion auf Kältestress

Sobald Minusgrade auftreten, rollen sich die Blätter zusammen. Und zwar unabhängig davon, ob der Boden schon gefroren ist oder nicht. Die Pflanzen reagieren damit frühzeitig auf den später womöglich folgenden Bodenfrost mit Wasserknappheit.

 

Vorsicht Schneebruch

Einen Nebeneffekt hat die Neigung auch. Bei Schneefall kann die weiße Pracht an den nach unten geneigten Blättern abgleiten. Dies verhindert eine größere Schneelast, die zum Abbrechen der Zweige und Äste führen könnte.
 

Dr. Alexander Stahr
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