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Redewendung des Tages

Abwarten und Tee trinken

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Abwarten und Tee trinken

Wer Zeit findet sich zwischendurch eine Tasse Tee zu brühen, hat seine Terminplanung fest im Griff.

Bloß keine Hektik! Wir wollen zum Ausdruck bringen, dass wir uns nicht drängen lassen, sondern eine Angelegenheit in Muße betrachten möchten. Oder dass wir nicht selbst aktiv werden können, sondern uns in Geduld üben müssen. In solchen Fällen bemerken wir: "abwarten und Tee trinken!"

Wetten, die meisten Deutschen denken dabei an die Briten, die in aller Ruhe um fünf Uhr ihren Darjeeling oder Assam genießen? Tatsächlich verorten manche Sprachforscher den nach 1850 aufgekommenen Satz in nicht enden wollenden Berliner Literaturzirkeln des Biedermeiers.

Wahrscheinlicher aber ist eine medizinische Herkunft: als Mahnung eines Arztes, der Kräutertee verordnet und dem Patienten rät, den Verlauf der Krankheit zu beobachten. So wird die Redewendung gern dem heilkundigen Schäfer Heinrich Ast (1848–1921) aus der Lüneburger Heide zugeschrieben, dessen Kräutermischungen einst für Furore sorgten.

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