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Redewendung des Tages

Den Rubikon überschreiten

Grimmiger Cäsar

Der Feldherr ging bewusst ein Risiko ein, als er den Rubikon überschritt.

Der Firmenchef führt eine neue Betriebsstruktur ein und bemerkt großspurig "Jetzt haben wir den Rubikon überschritten". Klassisch gebildet, drückt er damit aus, dass er – von Gegenmeinungen unbeeindruckt – ein riskantes Projekt durchziehen will, bei dem es kein Zurück mehr gibt. Der Satz geht zurück auf Gajus Julius Cäsar. Der römische Feldherr überschritt mit seinem Heer am 10. Februar 49 v. Chr. südlich von Ravenna das Flüsschen Rubicon, welches die südliche Grenze der Provinz Gallia cisalpina zu Italien bildete.

Wenn Cäsar Konsul werden wolle, so hatte der Senat bestimmt, müsse er als Statthalter von Gallien und Illyrien zurücktreten. Cäsar aber wollte seine Truppen dort nicht aus der Hand geben, widersetzte sich der Anordnung und marschierte auf Rom. Damit löste er zielgerichtet einen Bürgerkrieg aus, der bis 48 v. Chr. dauerte. Letztendlich siegte er gegen seinen Widersacher Gnaeus Pompeius und sicherte sich bald darauf die Alleinherrschaft in Rom. Ähnlich glauben auch diejenigen zu triumphieren, die ihr eigenes Vorgehen mit den historischen Taten vergleichen.

Da Cäsar nicht nur herausragender Feldherr war, sondern auch als Schriftsteller einigen Ruhm anhäufte, bescherte er uns beim Überschreiten des Rubikons gleich zwei Redewendungen, indem er seinen riskanten Schachzug auch noch kommentierte. Angeblich gab er ein griechisches Sprichwort zum Besten, das übersetzt etwa lautet "Der Würfel ist geworfen" - ein Ausruf der Glücksspieler. Die lateinischen Übersetzung "Alea iacta est" bürgerte sich als Redensart im deutschsprachigen Raum ein. Wer des Lateinischen nicht mächtig ist, bevorzugt die leicht abgewandelte Übersetzung "Die Würfel sind gefallen", um anzudeuten, dass soeben eine wichtige Entscheidung getroffen wurde.

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