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Redewendung des Tages

Der Bart ist ab

Überraschungsbart

Die junge Frau nähert sich dem Thema Gesichtsbehaarung eher spielerisch.

Der Zahn ist gezogen, der Drops gelutscht, und der Bart ist ab. Die Manneszierde – egal ob Backen- oder Kinn-, Drei-Tage- oder Rauschebart – reiht sich ein in eine Gruppe von Redewendungen, die unterstreichen, dass etwas aus und vorbei, abgehakt, beendet ist. Gleichzeitig ist sie eine von vielen "haarigen" Redensarten, zu denen beispielsweise auch "alte Zöpfe abschneiden" gehört.

Vom "abben" Bart sprechen meist Menschen, die mit ihrer Geduld am Ende sind und klar machen wollen: Jetzt ist es genug! Sie können sich dabei auf alte Traditionen berufen. 1698 verfügte Peter der Große, dass sich Altgläubige und Bauern die Bärte abrasieren sollten, um sich dem modernen Look in Westeuropa anzupassen. Andernfalls waren hohe Steuern fällig.

Und der letzte Preußenkaiser Wilhelm II. trug, anders als seine Vorgänger, beim Amtsantritt 1888 keinen Vollbart, sondern nur einen prächtig gezwirbelten Schnurrbart. Als er dann 1918 nach dem Ersten Weltkrieg abtrat, war der deutsche Bart erst recht ab – aber das ist eine andere Geschichte.

 

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