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Redewendung des Tages

Einem sitzt der Schalk im Nacken

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Jemandem sitzt der Schalk im Nacken

Dieser Racker hat einen Streich ausgeheckt. Wahrscheinlich foppt er gerade seine Geschwister.

Der Schalk hat im Deutschen fast schon ausgedient, man sagt heute eher Narr, Schelm oder Spaßvogel. Aber im Nacken sitzend, aus den Augen blitzend und auch im Adjektiv schalkhaft hat er noch immer gut lachen. Seine Wurzeln vom lateinischen "scalcius" (= barfuß) und "di scalceatus" (= ohne Schuhe) erinnern daran, dass der Schalk im Mittelalter ein Knecht, ein Leib­eigener ohne Latschen und Pantinen war. So einer musste ja hinterhältig oder mit dem Teufel verbündet sein.

Foppte nun jemand wie Till Eulenspiegel mehr oder weniger bösartig seine Mitmenschen, dann stellte man sich ganz bildhaft vor, dass sich wohl kleine Dämonen in seinem Nacken oder Kopf eingenistet hatten. In unseren Tagen, fern der Leibeigenschaft, sieht man das entspannter. Wem der Schalk im Nacken sitzt oder aus den Augen sieht, der verulkt seine Umwelt gerne mal – aber immer so harmlos, dass noch jeder darüber lachen kann.

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