Jemandem zeigen, was eine Harke ist

"Jetzt hat der Nachbar uns schon wieder zugeparkt. Na, dem zeige ich, was ‘ne Harke ist." Sagt Herr Heim, und Frau Heim befürchtet, dass ihr Mann nicht nur Klartext redet, sondern handgreiflich wird. Wer seinen Standpunkt unmissverständlich vertritt, benutzt gern das Bild von der Harke – auch in Süddeutschland, obwohl die Gärtner dort sonst vom Rechen sprechen.

Die Redewendung steht schon 1540 im Schulstück "Der ungeratene Sohn" des Zwickauer Goldschmieds Hans Ackermann, das auf einen älteren Schwank zurückgeht. Ein Bauernsohn kehrt nach dem Lateinstudium ins Heimatdorf zurück. Hochnäsig tut der "Gelehrte" so, als ob ihm die Worte für die einfachsten Gegenstände und Geräte nicht mehr einfallen. Bis er auf die Zinken einer Harke tritt und der Stiel ihm an den Kopf schnellt. "Verfluchte Harke", schreit er und muss sich sagen lassen: "Itzt weistu, was ein harke heist.