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Redewendung des Tages

Sein Licht unter den Scheffel stellen

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Fort mit dem Scheffel!

Ein geeigneter Lampenschirm, der das Licht gut zur Geltung bringt, sieht sicher anders aus.

"Nein, so gut war meine Ansprache doch gar nicht", wehrt der Festredner ab. Doch der Veranstalter klopft ihm auf die Schulter: "Nun stell dein Licht mal nicht unter den Scheffel." Wer sich zu bescheiden – als kleines Licht – verkauft, hört diesen Satz schon mal. Er stammt aus der Bibel, in der Bergpredigt sagt Jesus (Matthäus 5,14-16): "Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten." Die Aufforderung ist klar: Der Mensch soll seine Talente offen nutzen. Bleibt die Frage: Was ist ein Scheffel? So wird ein altes Hohlmaß von – je nach Region – 40 bis 230 Litern bezeichnet, ein hoher, runder, wasserdichter Holzbottich, im süddeutschen Schaff oder Schäffel genannt, der zur Bestimmung von Getreidemengen diente. Stülpte man einen solchen Messbecher über eine Kerze, war das Licht logischerweise nicht mehr zu sehen.

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