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Roter Mond – Phänomen Mondfinsternis

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Vollmondzeit ist Finsterniszeit

Bei einer Mondfinsternis läuft der Erdtrabant durch den Schatten der Erde.
Bei einer Mondfinsternis läuft der Erdtrabant durch den Schatten der Erde.

Eine Mondfinsternis kann nur zur Zeit des Vollmonds geschehen, weil nur dann Mond, Erde und Sonne in einer Linie stehen. Der Schatten der Erde ist ein riesiger spitzzulaufender Kegel, der bis zu 1,4 Millionen Kilometer weit ins All hineinreicht. Der Mond müsste auf seiner Bahn um die Erde eigentlich daher fast jedes Mal bei Vollmond in diesen Schatten eintauchen. Aber das geschieht nicht, weil die Mondbahn leicht gegen die Erdbahn geneigt ist. Der Mond bewegt sich bis zu 37.000 Kilometern ober- oder unterhalb der genauen Linie Erde-Sonne vorbei und "entkommt" damit meistens dem Schatten der Erde.

Nur zweimal im Jahr kreuzt der Mond die Ebene der Erdbahn genau und kommt so in Reichweite des Erdschattens. Nicht immer aber trifft er ganz, so dass es auch häufig eine partielle Mondfinsternis gibt. Schirmt unser Planet aber seinen Trabanten komplett vom Sonnenlicht ab, ist eine totale  Mondfinsternis die Folge. Im Gegensatz zu einer totalen Sonnenfinsternis, die nur sehr kurz anhält und nur in einem schmalen langen Streifen zu beobachten ist, kann man die Mondfinsternis von der halben Erde aus sehen. Nämlich überall dort, wo der Mond zur Zeit seiner Verdunkelung oberhalb des Horizonts steht

Totale Finsternis am 15. April

In diesem Jahr findet die erste totale Mondfinsternis am 15. April am frühen Morgen statt, wenn der Mond bei uns dicht unter dem Horizont steht – also für uns leider nicht mehr zu sehen ist. Gegen 07:00 Uhr tritt der Mond dabei zuerst in den Halbschatten der Erde ein. Wenn der Mond in diese Zone eintritt, ändert sich sein Anblick von der Erde aus kaum, zu gering ist der Lichtverlust an der hellen "Mondscheibe". Mit einer Geschwindigkeit von rund einem Kilometer pro Sekunde wandert der Mond weiter in den Schatten hinein. Erst wenn er in den Kernschatten der Erde eintritt, beginnt sich der Mond sichtbar zu verdunkeln, ein Teil von ihm färbt sich braunrot. Meist hält diese Verfinsterung mehr als eine Stunde an, dann wandert der Erdtrabant wieder aus dem Schatten unseres Planeten heraus.

Warum der Mond rot ist

Im Gegensatz zu einer totalen Sonnenfinsternis ist der Mond während seiner Verfinsterung nicht komplett verdunkelt. Denn im Bereich des Kernschattens schirmt die Erde zwar das Sonnenlicht ab, aber eben nicht ganz: Die Atmosphäre, die unseren Planeten umgibt, bricht den roten Anteil des Sonnenlichts in den Erdschatten hinein. Deshalb erscheint er rötlich. Wieviel Licht noch auf den verdunkelten Mond fällt, hängt von der Zusammensetzung der Atmosphäre zusammen. Enthält sie viel Wasser und Schwebteilchen, kann nur wenig Licht gebeugt werden. Wir erleben eine sehr dunkle Mondfinsternis mit einem matt bräunlichen, kaum noch erkennbaren Mond. Ist die Atmosphäre eher klar, dann leuchtet der Mond blutrot bis orange.

Mehr über Mondfinsternisse und ihre Begleiterscheinungen im scinexx-Dossier: "Mondfinsternis - Roter Mond über der Erde"

 

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