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Sakrileg: Thesen, Dichtung und Wahrheit  

Worüber gestritten wird und warum alles ein kalkuliertes Missverständnis ist

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  • Jesus war mit Maria Magdalena verheiratet und sie hatten gemeinsame Kinder
  • Da Maria Magdalena die Kinder von Jesus gebar und das Blut Christi weitervererbte, war ihr Leib der „Heilige Gral“ (dieser sei eben nicht der Kelch vom letzten Abendmahl wie es in den mittelalterlichen Legenden heißt)
  • Geheimgesellschaften wie die „Prieuré de Sion“ und die Templer haben diese „Wahrheit“ über Jesus und Maria Magdalena – der Nachkommen Christi – über die Jahrhunderte bewahrt
  • Leonardo da Vinci war einer der Großmeister der „Prieuré de Sion“ und hat in seinem Gemälde „Das letzte Abendmahl“  nicht den Jünger Johannes, sondern Maria Magdalena verewigt

 

 

Dichtung und Wahrheit

Kritiker werfen dem amerikanischen Autor vor, dass seine Theorien unhaltbar seien und es in keinem Fall echte Belege dafür gäbe. Renommierte Religionswissenschaftler wie Walter-Jörg Langbein („Das Sakrileg und die heiligen Frauen. Das Geheimnis um die Nachkommen Jesu“) haben überzeugend gezeigt, dass die meisten Thesen in „Sakrileg“ tatsächlich zu einem einzigen großen „Lügengebäude“ führen. Nur sind die Kritiker vermutlich alle dem Autor auf den Leim gegangen. Denn es ist zwar richtig, dass Dan Brown seinem Thriller eine Seite mit Fakten („Facts“) voranstellt und so den Eindruck erweckt, die zitierten religiösen und kunstgeschichtlichen Quellen und die sich daraus ableitenden Thesen seien wahr. Doch im Buch steht lediglich, sie seien „wirklichkeits- bzw. wahrheitsgetreu wiedergegeben“. Über ihre Glaubwürdigkeit sagt das nichts aus. Darüber hinaus ist der Text „Fakten und Tatsachen“ bereits Teil des Thrillers (im englischen Original ist er die erste Seite nach dem Deckblatt mit dem Titel „The Da Vinci Code“).  Er ist zudem nicht unterzeichnet. Dem entsprechend bleibt es offen, ob hier der Autor spricht oder wer diese Fakten „gesetzt“ hat.

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von Michael Fischer, wissen.de
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