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Schuldnerberatung - Hilfe zur Selbsthilfe

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  • Die erste Kontaktaufnahme geschieht meist telefonisch. Sie bekommen einen Beratungstermin, bei dem Sie Ihr Problem darlegen können.
  • Vor dem Termin ordnen Sie Ihre Finanzen. Machen Sie einen privaten Kassensturz, wenn Sie sich dazu in der Lage sehen.
  • Bringen Sie zum Beratungstermin alle wichtigen Unterlagen wie Rechnungen, Kreditverträge und Mahnungen mit. Gemeinsam mit dem Schuldenberater wird Ordnung in Ihre Finanzen gebracht und zudem überprüft der Experte, ob Sie alle möglichen Sozialleistungen wie Kindergeld, Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe ausgeschöpft haben. Auch die Forderungen der Gläubiger nimmt der Berater genauestens unter die Lupe und untersucht, ob diese überhaupt rechtens sind. Sind die Verträge sittenwidrig, werden entsprechende rechtliche Maßnahmen gegen die Gläubiger ergriffen. Der Schuldenberater kann auch einen Aufschub bei einer Zwangsvollstreckung oder Zwangsräumung erwirken. Der Gang zur Beratungsstelle lohnt also in jedem Fall!
  • Vergessen Sie nicht, dass der Berater Sie nur in Ihren Bestrebungen unterstützen kann, doch es braucht Ihren aktiven Einsatz, ansonsten wird das Unterfangen scheitern!
  • Der Abbau von Schulden ist eine Sache von Monaten oder gar Jahren. Laut Schuldnerberatungsstellen werden 40 bis 50 Prozent der Klienten länger als ein Jahr betreut. Bei jedem vierten Fall dauert die Betreuung länger als drei Jahre. Der Berater steht Ihnen dabei zur Seite und hilft Ihnen, auch in schwierigen Momenten bei der Stange zu bleiben und das Problem konstruktiv anzugehen.

Das Verbraucherinsolvenzverfahren

Seit 1999 haben auch private Haushalte die Chance auf ein schuldenfreies Leben. Konnten sich früher nur Unternehmen durch Insolvenzantrag oder Konkurs vom drückenden Schuldenberg befreien, so können heute auch private Schuldner diese Möglichkeit nutzen. Bei Zwangsvollstreckungen, die Gläubiger früher bis zu 30 Jahre betreiben konnten, hat die neue Insolvenzordnung (InsO) ebenfalls grundlegende Änderungen gebracht: Für Überschuldete ist ein wirtschaftlicher Neuanfang nach der Restschuldbefreiung möglich. Doch dafür müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

Außergerichtliche Einigung

Bevor man den Weg vor den Kadi antritt, sollten Schuldner versuchen sich mit dem Gläubiger gütlich zu einigen und einen Weg des Forderungsausgleiches zu finden. Der Schuldner sollte dabei auf die Unterstützung einer Schuldnerberatungsstelle oder eines Rechtsanwaltes beziehungsweise Notars nicht verzichten. Scheitert der Versuch einer gütlichen Einigung wird dies von der anerkannten Beratungsstelle formell bestätigt. Ansonsten wird ein Entschuldungsplan erarbeitet, der sowohl für den Gläubiger als auch für den Schuldner akzeptabel ist. Der Schuldner hat dabei auch die Gelegenheit seinem Gläubiger darzulegen, warum er seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann und wie er sich eine Lösung des Problems vorstellt. Der Gläubiger kann um eine Stundung der Schulden gebeten werden, aber auch um eine Senkung der Verzugszinsen - sogar der Verzicht auf Zinszahlungen ist möglich. Auch ein Teilerlass der Schulden ist eine Variante. Im Grunde können nur beide Parteien gewinnen. Der Schuldner kann sich aus der Misere befreien und für den Gläubiger stehen die Chancen gut, zumindest einen Teil seiner Forderungen zu erhalten. Denn was hilft dem Gläubiger ein Zwangsvollstreckungsbescheid der 30 Jahre gültig ist, wenn der Schuldner nie aus dem Pfändungsfreibetrag herauskommt, beziehungsweise nur mehr von der Sozialhilfe lebt.

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Stephan Scoppetta
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