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Schweben statt fahren

Die Geschichte des Transrapid

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Das Prinzip der Magnetschwebebahn hat der Ingenieur Hermann Kemper (1892-1977) bereits am 14. August 1934 zum Patent angemeldet.
Der Transrapid ist die erste grundlegende Innovation in der Bahntechnik seit dem Bau der ersten Eisenbahnen. Die Magnetschwebebahn hat keine Räder, Achsen, Getriebe und Oberleitungen. Sie rollt nicht, sie schwebt. An die Stelle von Rad und Schiene bei der Eisenbahn tritt beim Transrapid ein berührungsfreies elektromagnetisches Trag-, Führ- und Antriebssystem - verschleißfreie Elektronik statt Mechanik.
Elektronisch geregelte Tragmagnete, die auf beiden Seiten entlang des gesamten Fahrzeugs installiert sind, ziehen das Fahrzeug von unten an die ferromagnetischen Statorpakete im Fahrweg heran. Die Führmagnete halten es seitlich in der Spur. Elektronik stellt sicher, dass dabei der Abstand (10 mm) stets gleich bleibt. Zum Schweben braucht der Transrapid nicht mehr Energie als seine Klimaanlage an Bord. Das Schwebesystem wird von Batterien im Fahrzeug mit Energie versorgt und ist somit vom Antrieb unabhängig. So kann das Fahrzeug im Stillstand rund eine Stunde schweben, ohne von außen mit Energie versorgt zu werden. Während der Fahrt werden die Bordbatterien durch Lineargeneratoren wieder aufgeladen.

Versuchsanlage im Emsland

Die ab 1980 gebaute und 1984 eröffnete Transrapid-Versuchsanlage Emsland bei Lathen nahe der Stadt Meppen ist die weltweit größte Teststrecke für Magnetbahnen. Sie hat eine Gesamtlänge von 31,5 Kilometern. Unter anwendungsnahen Bedingungen werden hier die Transrapid-Technologie getestet sowie Versuchsfahrten und Fahrten für die Öffentlichkeit durchgeführt. Die Strecke besteht aus einer etwa 12 Kilometer langen Geraden, einer großen Wendeschleife im Norden und einer engeren Wendeschleife im Süden der Anlage. Die Transrapid-Versuchszüge erreichen dort Geschwindigkeiten bis zu 450 km/h.
Am 22. September 2006 kamen bei einer Kollision eines Transrapids mit einem Werkstattfahrzeug auf der Teststrecke 23 Passagiere zu Tode, zehn weitere wurden verletzt. Es war der erste Unfall auf der Teststrecke.

Geplante Fernverkehrsstrecken: Transrapid konnte sich nicht durchsetzen

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von Ulrich Strelzing, wissen.de
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