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Science meets Fiction: Frühe Visionäre der Raumfahrt

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Science und Fiction in der Antike

Es ist schwer zu sagen, wie sich “die alten Griechen“ den Mond vorstellten. Es gab viele Philosophen und entsprechend viele Meinungen. Manche sagten, der Mond sei eine “verdichtete Wolke“, andere hielten ihn für eine Art silbernen Spiegel, der die Landschaften Griechenlands reflektiert. Die erste Science - Fiction stammt wohl von Philolaos von Kroton aus dem 5. vorchristlichen Jahrhundert. Er behauptete, dass ein Mondtag 15-mal länger dauert als der Erdtag (was stimmt) und dass deshalb auf dem Mond Wesen leben, die 15-mal größer und schöner als wir Erdbewohner sind (was nicht stimmt).

Es gehört schon eine große Portion Selbstvertrauen dazu, sich vorzunehmen, die Entfernung zum Mond zu messen. Besonders wenn man in einer Zeit lebt, in der es keine Teleskope und keine Taschenrechner gibt, und wenn man von vielen Zeitgenossen nicht richtig ernst genommen wird.

Aristarchs Berechnung der Entfernung von Erde, Mond und Sonne
Aristarchs Berechnung der Entfernung von Erde, Mond und Sonne

Aristarch: Wie weit ist es von der Erde zum Mond?

Vor fast 2300 Jahren (um 310 bis 230 v.Chr.) lebte auf der Mittelmeerinsel Samos dieser Mann, der es als Erster wagte, eine Entfernung außerhalb der Erde zu vermessen. Sein Name war Aristarch. Seine Abhandlung “Von der Gestalt und den Entfernungen der Sonne und des Mondes“ ist uns erhalten geblieben. Wie ging er vor? Als Erstes brauchte Aristarch eine Maßeinheit. Er wählte als Einheit den Erddurchmesser. Zwar wusste er noch nicht, wie groß die Erde ist diese Größe bestimmte einige Jahrzehnte später der Kollege Eratosthenes aber zu wissen, wie viele Erdduchmesser der Mond entfernt ist, ist schon spannend genug.

Aristarch wusste, wie eine Mondfinsternis zustande kommt: Der Schatten der Erde fällt auf den Mond. Er nahm an, dass der Schatten ungefähr so groß wie die Erde selbst ist, und schätzte aus der Dauer der Verfinsterung ab, wie viel mal der Mond in den Erdschatten passt. Sein Ergebnis: Die Erde ist 2,8-mal größer als der Mond. Tatsächlich ist die Erde 3,7-mal größer als der Mond. Aber für den ersten Anlauf war es gar nicht so schlecht. Bei dem Versuch, die Entfernung zum Mond abzuschätzen, lag Aristarch dann schon ziemlich daneben. Seiner Meinung nach ist der Mond nur 9,5 Erddurchmesser entfernt. Tatsächlich sind es im Mittel aber 30,2 Erddurchmesser. Immerhin erleichtert der zu kleine Wert von Aristarch die Planung einer Mondreise.

Die erste Fantasiereise zum Mond

Am Ausgang der Antike gab es Menschen, die sich eine Reise zum Mond vorstellen konnten. Im 2. Jahrhundert beschreibt der griechische Satiriker Lukian von Samosata in einem Text mit dem bezeichnenden Titel “Wahre Geschichte“ eine Fantasiereise zum Mond. Ein Schiff wird von einem gewaltigen Sturm in die Luft gehoben und erreicht nach sieben Tagen (Apollo 11 brauchte vier Tage) den Mond. Hier werden die Reisenden von der Erde sogar Zeugen einer Schlacht zwischen Mond- und Sonnenbewohnern. Obwohl zu jener Zeit das Rückstoßprinzip bereits seit Jahrhunderten bekannt war, dauerte es dann doch noch weit über tausend Jahre, bis die Träume von der Mondreise sich wieder in einige Köpfe einnisteten.

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Dr. Dirk Soltau
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