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Sonnen-Märchen: Mythen und Tipps rund ums Sonnenbaden

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Auftragen von Sonnencreme
Sparsamkeit beim Auftragen von Sonnencreme rentiert sich nicht.
Märchen Nr. 3: Solange ich eingecremt bin, bin ich vor Sonnenbrand geschützt

Falsch. Die Schutzdauer von Sonnencreme ist abhängig vom Hauttyp, dem Lichtschutzfaktor und davon, ob ausreichend Creme verwendet wurde. Personen mit empfindlicher Haut können bei hohen UV-Intensitäten schon etwa nach 10 Minuten einen Sonnenbrand bekommen. Wer Lichtschutzfaktor 20 wählt, muss die 10 Minuten mit 20 multiplizieren und erhält so einen groben Richtwert für die Schutzdauer, in diesem Fall 200 Minuten, das heißt rund 3 Stunden.

Allerdings kann die beste Sonnencreme nicht lange genug schützen, wenn zu spärliche aufgetragen wird oder nicht regelmäßig nachgecremt wird. Als Faustformel gilt: Ein Erwachsener benötigt pro Eincremen etwa 3 bis 4 Esslöffel voll Sonnencreme für den ganzen Körper. Nachgecremt werden sollte mindestens alle 2 Stunden. Auch nach dem Baden und dem Abtrocknen ist Nachcremen angesagt. Aber Achtung: Das Nachcremen verlängert nicht die Schutzwirkung, es erhält sie nur.

Märchen Nr. 4: Sonnenbaden ist gut für die Knochen

Richtig ist, dass die UV-B-Strahlung der Sonne bewirkt, dass sich körpereigenes Vitamin D bildet. Dieses braucht unser Körper, um unter anderem den Knochen gesund und stabil zu erhalten. Doch dafür sind keine langandauernden Sonnenbäder notwendig. Es reichen maßvolle Aufenthalte in der Sonne, sagen Experten verschiedener Fachrichtungen übereinstimmend.

Konkret bedeutet das: Für den körpereigenen Vitamin-D-Haushalt ist es ausreichend, Gesicht, Hände und Arme unbedeckt und ohne Sonnenschutz zwei- bis dreimal pro Woche der Sonne auszusetzen, und zwar die Hälfte der Zeit, in der man sonst ungeschützt einen Sonnenbrand bekommen würde. Letzteres ist dabei immer individuell zu betrachten, je nach Hauttyp und Hautdicke.

Märchen Nr. 5: Wer Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor benutzt, wird nicht braun

Falsch. Auch mit Sonnencreme wird die Haut braun, allerdings langsamer, was kein Nachteil ist: So kann sich die Haut besser an die UV-Strahlung gewöhnen. Gerade jetzt im Sommer gilt daher im Zweifelsfall: Creme Marsch!

Bundesamt für Strahlenschutz, 10.08.2016
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