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US-Wahl

Heute fällt die Entscheidung: Trump oder Clinton?

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Die Sache mit der Mehrheit

Beim amerikanischen System der Mehrheitswahl zählen damit letztlich nur die Gewinner:

Wenn eine Partei in einem Bundesstaat die Mehrheit hat, spielt es keine Rolle mehr, wie viele Stimmen die unterlegenen Parteien bekommen haben – selbst wenn es eine sehr knappe Entscheidung war. Im Extremfall kann das dazu führen, dass eine Partei den Präsidenten stellt, obwohl dieser gar nicht die meisten Wählerstimmen erhalten hat. In der US-Geschichte war dies immerhin vier Mal der Fall, zuletzt im Jahr 2000 bei George W. Bush gegen Al Gore.

Wie und wann werden Clinton oder Trump Präsident?

Nach der Wahl vom 8. November steht zwar fest, welche Partei die Mehrheit in den USA hat. Streng genommen ist damit aber noch nicht der Präsident gewählt. Dies geschieht erst im Laufe des Dezembers, wenn die Wahlleute ihre Stimmen abgeben. Die Präsidentschaftswahl gewinnt der Kandidat, der mindestens 270 der 538 Stimmen dieses sogenannten Electoral College erhält.

Anfang Januar verkündet der Kongress das offizielle Ergebnis dieser Abstimmung. Am 20. Januar tritt dann der neugewählte Präsident oder die Präsidentin dann offiziell ihr Amt an. Bis zum Mittag des 20. Januar bleibt Obama Präsident der USA

House Chamber im Kapital während einer Rede Präsident Obamas
Die Wahlen zum Repräsentantenhaus finden in Jahren mit geraden Jahreszahlen statt, also auch 2016.
Was steht noch zur Wahl?

Wenn die US-Bürger heute zur Wahl gehen, müssen sie weit mehr als nur ein Kreuzchen auf ihrem Stimmzettel machen. Denn neben den Wahlmännern für die US-Präsidentschaft werden auch vielerorts lokale und kommunale Posten wie Sheriff oder Bürgermeister neu vergeben. Noch wichtiger aber: Auf nationaler Ebene werden auch das Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats neu gewählt. Beide Gremien zusammen bilden den Kongress und damit die gesetzgebende Versammlung der USA.

Bei der diesjährigen Wahl werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus neu vergeben. Hier haben zurzeit noch die Republikaner die Mehrheit – und das wird den Prognosen nach wohl auch so bleiben. Spannender könnte der Wahlausgang für den US-Senat werden. Hier stehen 34 der 100 Sitze zur Wahl. Bisher haben auch hier die Republikaner die knappe Mehrheit, das aber könnte sich durch die Wahl ändern.

US-Präsidentschaftswahl 2016 - Das Wahlsystem einfach erklärt

Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

NPO, 08.11.2016
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