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1943: Niederlage in Stalingrad

Sommer 1942. Hitler befiehlt eine Offensive gegen jene Großstadt an der Wolga, die Stalins Namen trägt - ein Jahr nach dem Überfall auf die Sowjetunion. Anfang August rücken Truppen der Wehrmacht bis an die Stadtgrenze von Stalingrad vor. Wir waren der Meinung, wenn wir dort Stalingrad und damit die Wolga abschneiden können, dann ist ja eigentlich im Grunde der Krieg so gut wie beendet. Tag für Tag fliegen deutsche Bomber ihre Angriffe. Die Stadt gleicht mehr und mehr einer Trümmerwüste. Mitte September 42 rücken deutsche Soldaten in Stalingrad ein. Viele glauben, der Gegner sei fast schon besiegt, es gehe nur noch darum, den letzten Widerstand zu brechen. Doch der Sowjetdiktator will die Stadt mit seinem Namen unbedingt verteidigen. Lässt Stalingrad zur Festung ausbauen. Auch mit Hilfe von Zivilsten. Damals kam dieser Aufruf, ein Aufruf an die Soldaten: Hinter der Wolga gibt es kein Land mehr für uns. Wir wussten, was wir verteidigten: unsere Heimat, und das Wichtigste: unsere Stadt. Es kommt zu erbitterten Gefechten in den Ruinen. Von Straße zu Straße, von Haus zu Haus. Manchmal trennen nur Stockwerke die Gegner. Ein grausamer Nahkampf! Über Wochen. Wenn die Russen dann plötzlich in unseren Graben herein gesprungen sind, dann blieb nur eines übrig, das war Spaten ziehen und dann natürlich so schlagen, dass sie ausgerechnet hier dort unterhalb des Kopfes die Schlagader erwischen. Die Verrohung nimmt zu in einer Schlacht, in der täglich tausende deutsche und sowjetische Soldaten sterben. Anfang November fällt das Thermometer in Stalingrad auf Minus 18 Grad. Die Wolga friert zu. In den verschneiten Steppen unweit der Stadt sammeln sich Truppen der Roten Armee. Über eine Million Soldaten stehen bereit, haben den Befehl, die Angreifer zu umzingeln. Am 19. November ’42 schlagen sie los. Dieser gewaltigen Übermacht haben die Deutschen wenig entgegen zu setzen. Innerhalb von drei Tagen werden die Truppen der 6. Armee eingekesselt. Die beiden sowjetischen Angriffskeile treffen sich bei Kalatsch am Don. Knapp 300.000 deutsche und mit ihnen verbündete Soldaten sind nun in Stalingrad eingeschlossen. Wir hatten Angst, dass das mit uns gemacht wurde, was wir bis dahin mit Hunderttausenden von Russen gemacht hatten. In der Zeit gab es ja auf beiden Seiten kein Pardon mehr. Wir wussten ja, was uns passieren würde. Für Hitler geht es bei der Schlacht um Stalingrad auch um sein Prestige. Seine 6. Armee will kapitulieren. Doch der Kriegsherr lehnt ab. Überlässt die Soldaten im Kessel ihrem Schicksal. Nicht nur die Kämpfe fordern zigtausende Menschenleben, auch Hunger und Kälte. Da lagen tausende Soldaten unbeerdigt in dem Schnee, tausende und abertausende. Der Weg führte dadurch, der Wind fegte da drüber weg. Da geht etwas kaputt in einem selber, das man nicht mehr reparieren kann. Am 2. Februar 43 kapituliert die 6. Armee – gegen den Willen Hitlers. Für die Sowjet-Armee ein erster großer Triumph. Teuer bezahlt: Eine halbe Million sowjetische Soldaten sterben.Von 300.000 eingekesselten deutschen Soldaten überlebt nur jeder Dritte. Ihnen stehen Jahre der Gefangenschaft bevor. Nur 6.000 Soldaten, die in Stalingrad bis zum Ende kämpften, kehren in ihre Heimat zurück.

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