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Alarm auf den Seychellen - Paradies in Gefahr

Nördlich von Madagaskar liegen die Seychellen im Indischen Ozean. 33 Granitinseln und etwa 70 kleine Korallenatolle gehören zu dieser Inselgruppe. Doch es herrscht Alarmzustand im Paradies: Viele Tier und Pflanzenarten, die hier heimisch sind, findet man sonst nirgends auf der Welt. Sterben diese seltenen Arten aus - sind sie unwiederbringlich verloren. Die Bedrohung ist groß: schon seit Urzeiten haben die Menschen andere Tiere und Pflanzen mitgebracht, die sich hier ohne natürliche Feinde ungehindert vermehren konnten und jetzt die einheimische Tierwelt bedrohen. Doch damit soll jetzt Schluss sein - auf den Inseln Fregate und Cousin haben die Einwohner ein einzigartiges Naturschutzprojekt gestartet: Sie haben die ökologische Uhr um 300 Jahre zurückgedreht und damit die Inseln wieder in einen Zustand versetzt, wie er damals war, bevor Menschen hier ansässig wurden. Fregate und Cousin sind im Privatbesitz, nur deshalb lässt sich hier so rigoros die natur schützen und wieder beleben. Nutznießer des Naturtraums sind Touristen, die es sich leisten können, eine Nacht in so einer exklusiven Villa kostet 2000 Dollar. Der hohe Preis ist eine Barriere - hier sollen nur urlauben, wer das Paradies auch wertschätzen kann. Zur Verteidigung der Ursprünglichkeit sind auf der Insel Fregate allein 12 Mitarbeiter beschäftigt. Fast schon militant beseitigen sie alles, was nicht hierher gehört und das mit System. Palmen, Vanille, Zimt - dass alles wächst und gedeiht auf der Insel wunderbar, gehört aber nicht hierher. Auch die Palmenplantagen im Inselinnern müssen weg und zwar möglichst spurlos. Nach der Rodung können einheimische Pflanzen gesetzt werden. Der Preis für den Südseetraum - Die Naturwächter müssen jedes Tier auf der Insel im Blick behalten. Ein gigantisches Experiment, das belohnt wird: Der Magpie Robin, eine schwarzblau schimmernde Elstern-Drossel stand kurz vor dem aussterben - es gab weltweit nur noch sieben Exemplare. Inzwischen leben alleine auf der Insel Cousine wieder 25 der schönen Vögel. Das Naturprojekt ist ein voller Erfolg, doch der weg dahin war manchmal steinig. Das größte Problem hatten die Naturschützer mit Ratten, sie vermehrten sich rasend schnell. Der Grund: Ursprünglich waren Flughunde die einzigen Säugetiere auf den Seychellen, sie hatten keine Feinde, fraßen Früchte und bauten ihre Nester auf dem Boden. Die eingeschleppten Ratten wurden Ihnen zum Verhängnis. Da blieb den Inselschützern nur eines: Die Ratten mussten mit einem Schlag vernichtet werden. Doch bevor das Rattengift mit einem Helikopter über die Ganze Insel versprüht wurde musste die gesamte Tierwelt in Sicherheit gebracht werden. Hunderte von Vögeln und 170 Schildkröten wurden evakuiert. Bis heute ist das Inselparadies rattenfrei. Damit das so bleibt herrschen hier strengste Sicherheitsvorkehrungen - kein Boot darf sich der Küste unbeobachtet nähern.

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