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Babylon

Diese Gegend gehört heute zum Irak. Früher nannte man sie Zweistromland, weil es das Land zwischen den beiden Flüssen Euphrat und Tigris beschreibt. Sie entspringen beide im Taurusgebirge der Türkei und fließen südöstlich in den persischen Golf. Im Altertum soll der Überlieferung nach in der Nähe der beiden Flüsse eine gewaltige Großstadt gelegen haben: Babylon, die Hauptstadt Babyloniens, die Stadt der Städte - wie sie damals auch genannt wurde. Noch heute können die berühmten Mauern von Babylon besichtigt werden. Allerdings sind nur die Grundmauern im Original erhalten, alles andere wurde später nachgebaut. Die massiven Ziegelmauern gehören zu den 7 Weltwundern der Antike. Der griechische Geschichtsschreiber Herodot schwärmt in seinen Ausführungen von der Pracht der Stadt. Schon in der Antike wurde Babylon durch ihn berühmt. Über einzelne Bauwerke verbreitete er sagenhafte Geschichten wie zum Beispiel die über den Turm von Babel. So hoch wie der Himmel soll er gewesen und den Zorn Gottes hervorgerufen haben. Herodot schrieb, die Hauptstadt der Babylonier sei ein einziges großes Wunder, es gäbe einen 86 km langen Festungsgürtel mit 100 Stadttoren. Was stimmt davon wirklich? Moderne Technik soll Licht ins Dunkel bringen. Wissenschaftler untersuchen alte Schrifttafeln mit den Texten der Babylonier. Erst wird mit Laserlicht die Schrift, eine so genannte Keilschrift, abgetastet. Über ein Spiegelsystem wird anschließend die Tafel abfotografiert und auf einer Glasplatte entwickelt. Das Besondere: die Tontafel erscheint nun 3-dimensional. Das Bild der Tafel kann jetzt übers Internet weltweit untersucht und entschlüsseln werden. Prof. Dr. Walter Sommerfeld, Altorientalist: "Die Völker der Sumerer, Babylonier, Syrer waren schreibwütig, sie haben alles festgehalten, was überhaupt nur aufzuschreiben war, Briefe, Urkunden des täglichen Leben - aber auch das gesamte Wissen der damaligen Zeit, Literatur, die Mythen, die Astrologie, alles, was wir wissen, wird uns vermittelt über die Tontafeln."Wissenschaftler haben versucht die Stadt nachzubauen und dabei festgestellt, Babylon war eine riesige Festung, die gewaltigen Doppelmauern waren nicht einnehmbar. Eine großstädtische Metropole mit weiten Plätzen, geraden Prachtstraßen und verwinkelten kleinen Gassen. "Was ich tat, tat niemand vor mir", schrieb ein Herrscher der Babylonier und nahm den Ruhm der Stadt vorweg. Der Geschichtsschreiber Herodot hingegen besuchte wohl nur eine bereits verfallene Stadt. Aber die breiten Straßen und Mauerreste ließen dennoch die Pracht Babylons erahnen.

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