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Baumschule auf Neuseeland

Neuseelands Südinsel. Eine kleine Fähre bringt uns in den "Queen Charlotte Sound," an einen Ort, der wie viele hier nur übers Wasser erreichbar ist. Ron erwartet uns und noch andere angemeldete Gäste. Auf die Frage, ob wir am anderen Ende der Welt gelandet sind, hat er eine einfache Antwort: "Nein, ihr kommt vom anderen Ende der Welt. Das hier ist doch der Platz, an dem alles passiert." Oder besser ein Ort, der sich neu erfindet. "Ja, wir hatten dreieinhalb tausend Schafe auf den Hügeln hier. Man glaubt es kaum, so schnell wie die Büsche nachwachsen. Aber es wird noch 500 Jahre dauern, bis da wieder richtig Wald ist. Die Schafe wurden immer mit dem Boot transportiert. Lustig, wenn sie vorne raus guckten." Rons alter Insel-Landrover ist nicht so umweltfreundlich wie sein Besitzer. Der hat die nicht mehr rentable Schaffarm aufgegeben und pflanzt jetzt Bäume. "Da seht ihr noch die alten Weidezäune, sie sind fast überwachsen. Hier gab es keine Bäume, das war alles flach. Weggefressen von den Schafen." Rons zuhause. Die kleine Ex-Farm in den Hügeln über dem Meer. Ein mit Frau und Tochter geführter Familienbetrieb, der jetzt Wanderern für ein oder zwei Nächte als Unterkunft dient. Eine neue Gruppe ist gerade mit unserem Schiff angekommen. Ron hat umgeschaltet auf Tourismus und bietet in atemberaubender Umgebung überschaubares Abenteuer an. Das Land im "Queen Charlotte Sound" ist zu einem kleinen privaten Nationalpark geworden. "Die Wiederaufforstung eines Waldes hilft, Kohlendioxid zu absorbieren. Jeder Hektar hier schluckt ungefähr fünf Tonnen CO2 im Jahr. Und das hat einen Marktwert." Statt mit Wolle und Fleisch handelt Ron jetzt mit seiner nachwachsenden grünen Lunge. Für jeden Quadratmeter frischen Forst kann er CO2 Zertifikate verkaufen. Internationale Emissionsrechte. Ron lässt den Wald wieder leben und lebt von ihm.

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