wissen.de
Total votes: 38
VIDEO

Bewegung fürs Gehirn

Die Deutsche Sporthochschule in Köln. Hier erforschen Wissenschaftler die Auswirkungen körperlicher Aktivität auf das Gehirn. Testpersonen helfen dabei: Allesamt Durchschnittstypen Anfang 40, viel sitzende Tätigkeiten, leicht übergewichtig und völlig unsportlich. Aber sonst gesund. Mit mehr Bewegung soll auch das Gehirn auf Touren kommen. Helge Knigge, Sportmediziner: "Wir wollen also schauen, ob körperliche Aktivität im Sinne einer Hochregulation der Ausdauerleistungsfähigkeit positive Effekte auf Wohlbefinden und kognitive Funktion hat. Zum Beispiel Merkfähigkeit zum Beispiel Originalität des Gedankens möglicherweise auch strategisches Vermögen und derlei, also eigentlich Kapazitäten von denen wir bisher immer nur gedacht haben, man kann sie durch Gedächtnistraining zum Beispiel verbessern. Wir sind aber der Meinung, dass das rein körperliche Training mitunter diese Kapazitäten stark verbessern kann und das hätte natürlich große Auswirkung auf therapeutische Wege zum Beispiel." Helge Knigge und seine Kollegen suchen nach einem geheimnisvollen Stoff im Blut und Gehirn ihrer Probanden, dem "Brain-derived neurotrophic factor", dem sogenannten BDNF. Sind unsere Muskeln aktiv, wird im Gehirn aber auch im Muskel BDNF gebildet. Die erst teilweise erforschte Substanz hat verschiedene Funktionen. Sie regt den Aufbau neuer Nervenzellen- und Synapsenverbindungen im Gehirn an. Sie ist also ein regelrechter Dünger für das Gehirn. Ohne BDNF würde das Gehirn verkümmern.Menschen mit Depressionen und Alzheimer haben einen geringeren BDNF Gehalt im Blut. Die Ärzte beginnen auf diese neuen Erkenntnisse zu reagieren. Rund ein Viertel der englischen Mediziner stellen depressiven Patienten bereits Sportrezepte aus. Und laut neuesten amerikanischen Forschungen senkt schon 3 Mal die Woche 15 Minuten Spazierengehen das Risiko an Alzheimer zu erkranken um bis zu 40 Prozent. Können wir uns also tatsächlich schlau und glücklich trainieren? Neurowissenschaftler der Universität Bonn untersuchen die Testpersonen der Sporthochschule Köln, um genau diesen Zusammenhang aufzuklären. Die Testpersonen sollen bestimmte Merkfähigkeitstests lösen. Vor Beginn ihrer sportlichen Aktivität haben sie die Tests schon einmal durchlaufen. Können die Probanten die Aufgaben jetzt bewältigen als vor der Studie? Erste Ergebnisse zeigen tatsächlich, je trainierter die Probanden sind, desto besser schneiden sie bei den Tests ab. Noch sind die Studien nicht abgeschlossen, doch schon heute sind die Vorteile von Ausdauersport offensichtlich. Immer mehr Wissenschaftler gelangen zu der Erkenntnis, wir wären schlau, gesund und glücklich, wenn wir uns nur genug bewegten.

Total votes: 38