wissen.de
Total votes: 8
VIDEO

Biber im Havelland

Mitte des 19. Jahrhunderts waren die europäischen Biber fast ausgerottet. Ihnen war ihr begehrter Pelz zum Verhängnis geworden. Aber auch die Tatsache, dass der Biber ein Wasserbewohner ist. Er galt – wie die Schildkröten – als Fisch, dessen Fleisch in der Fastenzeit verzehrt werden durfte. Erst die Schutzmaßnahmen der vergangenen Jahrzehnte führten dazu, dass der Nager heute wieder weit verbreitet ist. In den Weidenzweigen über dem Biber: Eine Beutelmeise. Sie webt ihr kunstvolles Nest aus Weiden- und Schilfsamen. Wer hier mit dem Boot unterwegs ist, wird mit vielen kleinen Erlebnissen belohnt. Biber sind die einzigen Säugetiere, die ihren Lebensraum selbst gestalten. Ist der Wasserstand zu niedrig, bauen sie Dämme, um den Wasserpegel zu regulieren. Auch ihre “Burgen“ sind beeindruckend. Gleich mehrere Generationen leben in den meterhohen Wohnbauten aus Ästen unter “einem Dach“. Die Nager bekommen in jedem Jahr durchschnittlich zwei bis drei Junge. Die Kleinen bleiben rund drei Jahre bei den Eltern. Die Geschwister aus den beiden Vorjahren sind also noch nicht ausgezogen, wenn der diesjährige Nachwuchs geboren wird. Sind sie alt genug, ziehen sie aus und gründen selbst eine Familie. Doch sie bleiben in der Nähe: Meist wird einfach ein paar Meter weiter die nächste Burg gebaut. Im Havelland ist dafür Platz genug.

Total votes: 8