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Computergestützte Physiotherapie

Die Hoffnung, je wieder reiten zu können, hatte sie schon fast aufgegeben. Bandscheibenvorfall, Arthrose und eine verkrümmte Wirbelsäule machten Anke Wünschmann den Alltag jahrelang zur Qual. Mit 30 musste die Berufsreiterin sogar komplett aus dem Sattel. Anke Wünschmann„: "Da war es zeitweise so schlimm, dass ich also im Rollstuhl gesessen habe. Anfang 30. Das heißt also nicht, dass ich gelähmt war, aber ich konnte halt nicht mehr richtig laufen vor Schmerzen.“" Alles hat sie versucht, Spritzen, Tabletten, klassische Krankengymnastik. Erfolglos. Bis sie an der Studie für eine neue computergestützte Physiotherapie teilnahm. Das Prinzip ist einfach. Anke Wünschmann braucht Muskelaufbautraining, damit ihre Wirbelsäule wieder Halt bekommt. Doch bevor sie an die Geräte geht, wird genau gemessen, welche Defizite ihre Muskeln aufweisen. " „Ja, wenn wir jetzt also die aktuelle Situation aufnehmen, heißt das, dass wir den Therapieplan insofern verändern, die Verspannungen auf der rechten Seite sind sehr stark, der Muskel gibt schlecht nach. Insofern werden wir die Dehnübung für die rechte Seite verdoppeln in dem Umfang und die Stärkung der schwachen Seite, der linken werden wir heute auch verdoppeln, so dass wir da etwas intensiver jetzt die Balance suchen.“" Der Computer misst genau, wieviel Kraft welcher Muskel hat. Bei den meisten Rückenpatienten ist die tiefliegende Rückenmuskulatur geschwächt. Die Wirbelgelenke können so leicht verkanten. Der zuständige Muskel verspannt sich. Starke Schmerzen sind die Folge. Es beginnt ein Teufelskreis. Der Patient nimmt eine Schonhaltung ein, bewegt sich nicht mehr. Die Muskeln verkümmern. Durch das gezielte Training und die Überwachung am Computer wird der Fortschritt sichtbar. Bei Anke Wünschmann zeigte sich der Erfolg bereits nach 6 Wochen. 3x pro Woche hatte sie trainiert. Ihr Orthopäde Roland Tenbrock, der die Methode mit entwickelt hat, ist zufrieden. Roland Tenbrock: "„Ganz klarer Vorteil. Die Schmerzsituation des Patienten hat sich deutlich reduziert. Er kriegt ein Selbstwertgefühl für seinen Körper, fängt an auch was für sich selber zu tun. Die Arbeitsunfähigkeit nimmt deutlich ab und natürlich auch die Schmerzhäufigkeit, die wird im Ganzen ja auch reduziert."“ Geeignet ist diese Methode für fast alle Patienten mit Rückenbeschwerden.  Roland Tenbrock: "„Man muss natürlich genau selektieren, welche Ursachen dahinter liegen, schwere Bandscheibenvorfälle muss man natürlich am Anfang zurückhaltend sein aber im laufe der Regeneration, das heißt, wenn die wieder aufgebaut werden die Patienten kann man auch dort die Therapie durchführen.“" Computergestützte Physiotherapie: Ein Erfolgsrezept.

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