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Der Wächter des Gipfels

Das Matterhorn: Viertausendvierhundertachtundsiebzig Meter hoch, die Pyramide der Alpen. Für Kurt Lauber ist es der schönste Berg auf der Welt. Er ist auf dem Weg zu seinem Arbeitsplatz: Denn Kurt Lauber ist schon seit über 15 Jahren Pächter der Hörnlihütte, einem alpinen Schutzhaus am Fuße des Matterhorns. Man nennt ihn auch den Wächter des Gipfels.Und das ist die legendäre Hörnlihütte: 3260 Meter hoch gelegen auf einem schmalen Felsgrad. Höchstens drei Monate ist die Hütte im Sommer geöffnet, den Rest des Jahres versinkt hier alles im Schnee. Kurt Lauber:"So Mitte August ist wirklich die Hochsaison hier oben und am Matterhorn eigentlich auch. Aber dadurch, dass in den letzten zwei Tagen viel Schnee gefallen ist, wir haben hier vor ein paar Tagen einen halben Meter Neuschnee gekriegt. Und dadurch ist natürlich am Matterhorn nicht mehr so viel los. Weil zu viel Schnee liegt und dann ist es zu gefährlich." Ein ruhiger Tag steht bevor. Selbst Kurt als erfahrener Bergführer würde heute nicht auf den Berg gehen, obwohl er schon 370 Mal auf dem Gipfel stand. Und jeder Gipfelsammler, der am Telefon nach den Bedingungen fragt, bekommt von Kurt eine klare Antwort: "Ja, das ist schon etwas heikel oben und es wäre schon besser, wenn man noch ein paar Tage warten würde, bis der Schnee wieder ein bisschen weg schmilzt." Für den Hüttenwirt und seine Mitarbeiter bleibt endlich etwas Zeit, dass zu tun, was sonst zu kurz kommt. Pamber und Purma, die beiden Helfer aus Nepal verbreitern die Wege rund um die Hütte. Schwerstarbeit. Sie kommen trotzdem jedes Jahr im Sommer vom Himalaya zum Matterhorn. Kurt kümmert sich währenddessen um die Wasserversorgung. In der Küche ist das Wasser knapp geworden, ein großes Problem auf dieser Höhe. Für die Versorgung der Hütte müssen täglich die Rohre überprüft und Schnee nachgeschüttet werden. Hier oben leben alle nur vom Schmelzwasser. Und bei schönem Wetter wollen allein beim Frühstück manchmal 120 Bergsteiger versorgt werden. Mit Bergidylle hat der Hüttenalltag für Kurt und seine Kollegen eben nicht viel zu tun. Kurt Lauber: "Manchmal denke ich es wäre schön mal irgendwo an einem Meer oder einem See oder irgendwo im Grünen zu sein. Hier oben ist immer alles schwarz, weiß oder grau. Man sieht hier abgesehen vom frischen Salat auf dem Teller selten etwas Grünes. Irgendwie nach Thailand oder zum tauchen. Irgendwohin wo das Wasser nicht gefroren ist." Ende August ist die Bergsteigersaison am Matterhorn zu Ende. Die Hörnlihütte wird geschlossen. Und auch der Wächter des Gipfels nimmt dann seine Auszeit, unten im Tal.

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