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Die Bucht von Ha Long - Naturwunder in Vietnam   

Vor der Küste Nord-Vietnams erstreckt sich ein einmaliges Naturwunder: Die Ha Long-Bucht - "Die Bucht des untertauchenden Drachen". Es heißt, dass einst ein riesiger Drache chinesische Eroberer in die Flucht schlug und dabei mit seinem schleudernden Schwanz tiefe Furchen in die Landschaft zog. Als der Drache ins Meer abtauchte, wurden diese überflutet. So besagt die Legende die Entstehung der Bucht. Wissenschaftler erklären die aus dem Wasser ragenden Gesteine mit dem Versinken eines ganzen Gebirges. An welche Geschichte man auch glaubt, die Ha Long-Bucht gehört mit ihren zweitausend Felsen und Inseln wohl zu einer der schönsten Naturereignisse der Erde. Inmitten dieser Drachenhügel leben Menschen. Es sind ehemalige Wassernomaden und Seeräuber. Die zwölfjährige "Thom" ist auf dem Schulweg. Jeden Morgen rudert sie eine Viertelstunde durch die Ha Long-Bucht zum Dorf "Wong Wieng". Wie ihr zu Hause ist es nur mit dem Boot zu erreichen und liegt zwei Stunden vom Festland entfernt. Im schwimmenden Klassenzimmer lernen über vierzig Kinder. Jeden Schultag beginnen sie mit dem Lied von Onkel Ho. Es handelt vom Staatsgründer Vietnams Ho Chi Minh. "Das Vaterland lieben, gut lernen, Solidarität üben und diszipliniert sein." Die Lehrerin ist von der Regierung beauftragt und stammt vom Festland. Die Kinder hier aber kennen sie nur das Leben auf dem Wasser. Fahrräder, Ampeln und Kühe sind für sie wie Fabelwesen aus dem Bilderbuch. Bei ihren Hausaufgaben kann ihnen niemand helfen, denn sie sind die erste Generation des Wasservolkes, die lesen und schreiben lernt. Man lebt hier seit Generationen vom Fischfang. Aber Thom träumt von einer anderen Zukunft. Thom, Schülerin "Ich bin am Schwächsten in Mathe, aber ich bin Zweitklassensprecherin. Wenn ich groß bin, möchte ich Lehrerin werden, aber dafür muss ich in der Schule besser werden, besonders in Mathematik." Weil ihre Eltern arbeiten, geht Thom nach der Schule immer zu ihren Großeltern. Auch sie haben die Ha Long-Bucht noch nie verlassen. Sehnsucht nach dem Festland kennen sie nicht, aber sie fühlen, dass ihre Enkelin dort ihre Zukunft sieht und deshalb um gute Noten bangt. Um Thoms Trübsinn zu vertreiben, hat ihr Großvater Wu Wan Utz eine Idee. Sie wollen einen Fisch fangen und ihn den Göttern opfern. Dies soll helfen, Wünsche zu erfüllen. Welch ein gutes Omen: Ein Prachtexemplar beißt an. Thom ist überglücklich. Der Fisch wird wie ein Festmahl angerichtet und mit Früchten und Blumen geschmückt. Die Religion der Wassernomaden ist eine bunt gemischte aus Buddhismus, Taoismus, Ahnenkult und dem Glauben an Geister und Dämonen. Vom kleinen Privataltar aus schicken die Großeltern ihre Wünsche für Thom an die Götter. 1994 erklärte die UNESCO die Ha Long-Bucht zum Weltnaturerbe. Eine einzigartige Landschaft, zauberhaft gelegen inmitten von Kalksteininseln, Höhlen und Grotten, die sie so zauberhaft macht.

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