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Die faszinierende Welt der Korallen

Die flachen Gewässer der tropischen Vulkaninseln bieten ideale Wachstumsbedingungen nicht nur für die üppige Inselvegetation, sondern auch für die weltberühmten Korallenriffe.
Der Lebensraum der Korallen auf diesem Plattformriff erstreckt sich bis in Tiefen von 3.000 Metern. Bis an die Wasseroberfläche wachsen die an die Sonne und Sauerstoff angewiesenen Steinkorallen.
Diese Art der Korallen wächst lieber in die Breite, als in die Höhe im Gegensatz zu den baumähnlichen Tiefseekorallen. Der Grund dafür sind die sehr starken Wellen, die für die fragilen Korallen eine große Gefahr bedeuten.
Aber für ihr, wenn auch sehr langsames Wachstum, brauchen die Korallen passende Umweltbedingungen. Das Wasser muss extrem sauber sein, da zu viele Schwebeteilchen die feinen Poren der Polypen verstopfen könnten. Auch die farbgebenden Symbiosepflanzen, sogenannten Kalkalgen benötigen das Licht zur Photosynthese und zur Sauerstoffproduktion. Den Sauerstoff nutzen die Korallen. Im Gegenzug liefern sie den Algen Nährstoffe.
Für viele Meeresbewohner bieten diese Korallen ein Zuhause. Auch heute noch sind die Korallenriffe von den Wissenschaftlern immer noch nicht vollständig erforscht. Bisher schätzen sie, dass in dem größten Korallenrif nahe Küste Australiens mehrere Millionen Tierarten leben.
Nur ein geschultes Auge könnte an diesem so natürlich aussehenden Korallenriff ein Schiffswrack aus dem 19 Jahrhundert vermuten. Das 300m-lange Schiff wurde im Laufe der Zeit gänzlich von den Korallen eingenommen. Nur einzelne Teile weisen auf die besondere Herkunft dieses Korallenriffs hin. Und obwohl die Korallen nur wenige Mikrometer pro Jahr wachsen, schätzt man manche Exemplare auf mehrere Tausend Jahre.
Etwa die Hälfte aller Fischarten und mindestens eine halbe Million anderer Tierarten leben im Schutz der Korallenriffe.
Die vielen Spalten und Ritzen bieten zahlreiche Versteckmöglichkeiten und Futterquellen. Nicht umsonst nennt man sie die "Gärten des Ozeans".
In den pazifischen Gewässern können Taucher ganz besondere Meeresbewohner - die Stein-Korallen - bewundern.
In den warmen Oberschichten der Korallenriffe, dort wo sich die Algen im Sonnenschein am liebsten vermehren, leben auch ihre symbiotische Partner - die Steinkorallen. Die Korallen sind keine Pflanzen, sondern gehören zum Reich der Tiere. Sie können verschiedenste Formen und Farben besitzen.
Auch die Hirnkorallen gehören zu den Steinkorallen. Nach der Anzahl der Gattungen zu beurteilen, sind die Hirnkorallen die zahlreichste Korallenfamilie. Und obwohl sie sehr langsam wachsen, können manche Exemplare einen Durchmesser von bis zu mehreren Metern erreichen.
Trotz der friedlichen Erscheinung konkurrieren die Korallen mit Schwämmen und untereinander um das Licht und um das Futter. Manche der Korallenarten leben lieber nah bei einander in großen Kolonien.
Andere wiederum bevorzugen die Isolation.
Manche Korallen besitzen sehr lange Polypenschläuche, wie diese Margeritenkoralle. Am Ende jedes Polypen befinden sich die Tentakeln, mit deren Hilfe die Koralle ihre Nahrung aus dem Wasser fischt.
Ähnlich wie diese blumenähnliche orange-gelbe Kelchkoralle Tubastrea.
So unterschiedlich sie auch aussehen, haben sie doch eines gemeinsam. Ob groß oder klein - sie haben einen gefährlichen Fressfeind, der ganze Korallenriffe vernichten kann - der Dornenkronenseestern.
Tausende der Seesternen können das Riff überfallen, dabei fressen sie die Polypen der Steinkorallen und können Jahrhunderte alte Korallenkolonien in kürzester Zeit unwiderruflich vernichten.
Auch die Klimaerwärmung bringt ein neues Phänomen mit sich: die sogenannte Korallenbleiche.
Die Steinkorallen sind sehr temperaturempfindlich. Steigt diese über 30 Grad Celsius - bringt es die symbiotischen Algen dazu, giftähnliche Moleküle auszusondern. Darauf wird die Alge von der Koralle nicht mehr als Partner anerkannt und als mögliche Gefahrenquelle abgestossen. Ohne die symbiotischen Alge wird die Steinkoralle langsam verhungern.
Laut aktuellen Forschungen wird die Korallenbleiche sich in den nächsten Jahren immer weiter ausbreiten. Vielleicht werden auch diese Korallenriffe irgendwann weiß und tot sein.

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