wissen.de
Total votes: 67
VIDEO

Die feine Gesellschaft

Eine Polo-Partie vor den Toren von Paris - in Apremont. Ein Spieler benötigt vier Pferde pro Spiel. Wer sich diesen Sport leisten kann, gehört zur gesellschaftlichen Elite - zu den sogenannten "besseren Kreisen", die äußerst verschlossen sind. Michelle Soijé ist Event-Manager. Er bringt Menschen zusammen. Michelle Soyé"Die Pariser Gesellschaft ist offen - vorausgesetzt Sie haben einen Schlüssel um hinein zu kommen. Sie müssen vorgestellt werden. Aber beim Sport oder in einem Salon ist es möglich Bekanntschaften zu schließen."Ist man einmal geladen, kann man ins Gespräch kommen. Der Adel beherrscht noch immer die Republik. Aus der zweiten Reihe vielleicht. Aber mit enormen Einfluss. Doch was qualifiziert einen Menschen dazu, zu diesem erlesenen Kreis der Gesellschaft zu gehören? Michelle Soyé "Die französische Gesellschaft entstammt der Aristokratie: Ludwig der Vierzehnte, Napoleon. Folglich sind Namen und familiäre Wurzeln von großer Bedeutung. Die neuen Aristokraten sind die Unternehmer und die Kinder der Telefon-, Bau- oder Medien-Mogule. Das ist heute die Pariser Gesellschaft."Klingende Namen aus vergangenen Zeiten - in denen Frankreich noch ein Königreich war. Fast tausend Jahre herrschte nur eine Familiendynastie über das Land. Ihr Begründer: Hugues Capet. Die Karpetinger. Heute feiern die königlichen Nachfahren, dass ihr stolzes Geschlecht noch nicht ausgestorben ist. Ein Mal im Jahr treffen sie sich im hochelitären "club interallié in Paris. Eines haben hier alle gemeinsam: Blaues Blut fließt durch ihre Adern. Sie heißen: Gräfin von "Mangela", Prinzessin Tanja de "Boourbonparme" oder Beatrice de "Bourbon des deux Céciles". "Wie stehen für einen gewissen Lebensstil und moralische Werte, die heutzutage verloren gehen. Immer mehr - leider." "Wir verkörpern die Geschichte. Ich hoffe, dass die Franzosen in dem Namen, den wir tragen, die Fortdauer dieser Geschichte wertschätzen." "Die Karpetinger haben so viel für Frankreich getan. Man muss nur durch Paris fahren, um ihre Wunderwerke zu sehen oder nach Versailles. Frankreich kann dankbar für all die Schönheiten sein, die in diesen Zeiten erschaffen wurden."Da kann man der Prinzessin wahrlich nicht widersprechen. Die Karpetinger machten Paris im Mittelalter zur Hauptstadt Frankreichs. Noch heute ist die Stadt voll von ihren Hinterlassenschaften: Das "Parlais Royale", die "Place des Vosges" im "Marrée" und der Louvre - der ehemalige französische Königspalast. Diese architektonischen Meisterwerke symbolisieren vor allem eines: Macht und absolute Herrschaft. Und moralisch beanspruchen sie diesen wohl noch immer. Auch wenn die Monarchie schon lange vorbei ist.

Total votes: 67