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Die Hammerhaie von Malpelo

500 Kilometer vor dem kolumbianischen Festland. Über Wasser erweckt Malpelo den Eindruck, als sei die Insel ein öder Fels. Nur wenige Flechten und Moose bewachsen das Vulkangestein, das sich aus 4000 Meter Meerestiefe erhebt, während sich unter Wasser ein einzigartiges Bild der Vielfalt bietet. Zahlreiche Fischarten bevölkern diese faszinierende Welt, die nur mit ausdrücklicher Genehmigung des kolumbianischen Ministeriums für Ökologie besucht werden darf. Besonders im März bietet sich ein einzigartiger Anblick: dann versammeln sich riesige Schulen von Bogenstirn Hammerhaien um Malpelo. Die Tiere sind zwischen 2 und maximal 3.5 Meter lang und oliv-bronze bis hellbraun gefärbt. Der Bauch setzt sich weiß ab. Nachts gehen sie im offenen Meer auf die Jagd nach Kalmaren, Heringen und Makrelen, aber auch Barrakudas und andere, kleinwüchsige Haiarten gehören zu ihrer Beute. Über Tag versammeln sich die Haie in Schulen, die beeindruckende Größen erreichen können. Auch wenn die Haie den Schutz der Schulen gerne nutzen, um schlafend die Insel zu umkreisen, sind sie eigentlich Einzelgänger. Der Bogenstirn-Hammerhai wird - wie alle Hammerhaie - als für den Menschen potentiell gefährlich eingestuft. Das Verhalten gegenüber dem Menschen ist aber meist scheu und nicht aggressiv geprägt. Trotz allem, bei wilden Tieren ist Vorsicht immer angebracht. Der Hai wird sowohl kommerziell als auch in der Sportfischerei gejagt. Viele Exemplare verenden als Beifang in Schleppnetzen. Die Bedeutung der Haie für das Ökosystem wird dem Menschen immer klarer. Haie stehen an der Spitze der Nahrungskette und fressen alte, kranke Beutetiere. Sie begrenzen den Bestand und sind somit die Wildhüter der Meere. Ohne sie kippt das ökologische Gleichgewicht. Hier, vor den Küsten Mexikos, war der Bestand an Kalmaren so stark angewachsen, dass Behörden den Schutz der Haibestände forderten: Durch die Haie als natürlichem Fressfeind der Kalmare versucht man der Plage beizukommen: Malpelo wurde zum Schutzgebiet erklärt. Die Art der Hammerhaie selbst wird als „stark gefährdet“ eingestuft. Hier vor Malpelo bekommen sie eine zweite Chance. Aufgrund der Isolation vom Festland, befindet sich das Ökosystem um die Insel Malpelo immer noch in seinem Ursprungszustand.

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