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Die Jaguare Costa Ricas

Nur wenige unbefestigte Wege führen an den Rand des Nationalparks Corcovado in Costa Rica. Und auch die sind nur in der Trockenzeit von November bis April befahrbar. In den Nationalpark geht es dann aber nur zu Fuß. Kaum jemand kennt sich hier besser aus als der Biologe Eduardo Carillo. Seit mehr als 15 Jahren arbeitet der Professor hier. Eduardo Carillo, Biologe: "In Corcovado finden sich bis heute alle Tierarten, die auch die Spanier bei ihrer Ankunft hier vorfanden. Es ist der letzte erhaltene Primärregenwald in Zentralamerika, ein Schatz für uns Biologen. Auch sehr wichtig ist, dass in diesem Nationalpark die meisten Jaguare Zentralamerikas leben." Eduardo Carillo schätzt, dass im Moment noch 60-70 dieser schönen Tiere in Freiheit hier in Corcovado leben. Gemeinsam mit seiner Forschungsassistentin Aida Bussamente arbeitet Corillo an einem neuen Projekt. An strategischen Punkten angebrachte Fotosysteme sollen die Zahl der verbliebenen Jaguare dokumentieren. Ausgelöst werden die Kameras über Bewegungsmelder. Bei Jaguarersatz Aida hat es funktioniert. Und damit auch wirklich das Original vorbeikommt, greift Carillo in die Wissenschaftler-Trickkiste. Eduardo Carillo, Biologe: "Das ist Obsession für den Mann, ein Parfum nicht für mich, es ist für die Jaguare. Wir haben angefangen, sie damit zu unseren Kamerastandpunkten zu locken. Und es funktioniert. Und nur von Obsession? Genau, nur von Obsession für den Mann. Andere Parfums funktionieren nicht. Warum wissen wir auch nicht." Nachdem die Forscher das Parfum versprüht und sich zurückgezogen haben, tut sich etwas in den umliegenden Sträuchern. Ein Jaguar nimmt die Spur auf. Der süßlich schwere Duft scheint für das Tier unwiderstehlich. Etliche der Raubkatzen hat das Forscherteam bereits mit diesem Trick auf Fotos festhalten können. Die Wanderbewegungen der Jaguare werden so nachvollziehbar. Das ist möglich, weil jedes Tier über ein einzigartiges Fellmuster verfügt, das es Eduardo und Aida erlaubt, jeden Jaguar zweifelsfrei zu erkennen. Die Forscher wollen ihre Daten weltweit verfügbar machen, damit Biologen und Tierschützer auf der ganzen Welt daraus lernen können. Forschung, die letztlich den Raubkatzen zu gute kommt.

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