wissen.de
Total votes: 17
VIDEO

Die Kunstschätze des Vatikans

Die Vatikanstadt in Rom. Mit einer Fläche von knapp einem halben Kilometer ist sie der kleinste Staat der Welt - und doch ein großes Zentrum für Kunst und Kultur. Besonders unter dem Renaissance-Papst Leo X. wurden die Künste gefördert. Er gab bei den Malern seiner Zeit einen großen Bilderschatz in Auftrag. Leos Kunstbegeisterung kannte keine Tabus. Auch keine inhaltlichen. Es waren nicht nur biblische Szenen, mit denen er die Wände des Vatikans schmücken ließ. Überall entstanden auch Bilder, welche die Zeit der heidnischen Antike verehrten. Die Schule von Athen etwa, die sein Lieblingsmaler Rafael bereits für einen Vorgänger geschaffen hatte. Nicht christliche Heilige waren unter Leo Thema der Kunst, sondern Platon, Aristoteles, Pythagoras oder Heraklit. Dem Papst ging es um die großen Gestalten der Weltgeschichte. Und zu denen zählte er sich auch selbst. Leo hoch zu Ross als Triumphator, er war mehr weltlicher als kirchlicher Herrscher. Prof. Walter Brandmüller, Medienwissenschaftler: ",Ihm lagen Kunst und Wissenschaft sicherlich mehr am Herzen, als eine einzelne theologische Diskussion. Das ist nicht ganz ideal, aber irgendwie sind ja auch Päpste nicht vom Himmel gefallen, sondern aus ihrer Zeit heraus gewachsen." Die Gemälde im Vatikan erzählen Geschichte. Bis heute ist man damit beschäftigt, etwa die Schäden der Landsknechte zu beseitigen. Die Soldaten verschiedener Länder und Religionen wollten Papst Clemens VII. stürzen. Prof. Arnold Nesselrath, Kunsthistoriker: "Als die Landsknechte bei der Plünderung des Palastes hier eingedrungen sind, waren sie völlig verärgert, dass sie hier den Papst und den Hofstaat nicht mehr angetroffen haben. Und da haben sie angefangen einfach die Figuren in den Fresken zu erschießen und zu erstechen, bei der Restaurierung haben wir die Spuren noch gefunden, vor allen Dingen hier im Porträt des Papstes Sixtus IV., dort haben sie mit der Hellebarde das ganze Kinn herausgebrochen. Oder auf der anderen Seite, hier haben sie ganz offensichtlich gewusst, dass es sich um ein Porträt Julius II. handelt und dem haben sie mit einer Lanze das Auge ausgestochen, haben das ganze Porträt zerstört - unter den Übermalungen sind die Spuren dieser Schäden der Landsknechte ganz deutlich noch fest zu stellen ." Trotz der bewegenden Geschichte, die unzähligen Kunstwerkte haben die Jahrhunderte überstanden. Und so ist noch heute die Vatikanstadt ein gigantisches Gesamtkunstwerk. Die Vatikanischen Museen, die Antikensammlung und auch die Sixtinische Kapelle genießen Weltruf.

Total votes: 17