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Die Rüsselhündchen von Arabuko

Der letzte Küstenwald Ostafrikas. Über 400 Quadratkilometer groß. Einst erstreckte sich der Urwald von Somalia bis nach Mosambik. Sein letzter Rest befindet sich im ostafrikanischen Kenia. Ein besonderer Urwald, eine biologische Schatzkammer. Arabuko Sokoke, der Schattenwald der Elefanten. Und ihrer kleinen Ausgabe - dem Rüsselhündchen. Ein Tier, das man nur schwer zu Gesicht bekommt und das nicht nur Zoologen große Rätsel aufgibt. Alleine das Aussehen der Rüsselhündchen ist so merkwürdig, dass sie eine eigene Gruppe bilden. Auch dessen Name ist eigenartig: Sengi. Ein Wort aus der Bantu-Sprache, das die Zoologen für die Tiere übernahmen. Wenn man sich das Tier genauer betrachtet, sieht es fast so aus, als hätte sich Mutter Natur nicht entscheiden können, was es einmal werden sollte: Rüsselhündchen haben einen Rattenschwanz. Sind hochbeinig so groß wie ein Kaninchen und haben ein goldenes Hinterteil. Dazu der Elefantenrüssel. Rüsselhündchen gehören für viele Afrikaner allenfalls zur Bereicherung des kargen Speiseplans. Doch für die Touristen sind sie die Attraktion. Das Flaggschiff des Urwalds. Einige tausend Touristen jährlich gehen hier auf Safari und bezahlen dafür Gebühren. So wird das Rüsselhündchen zur Symbolfigur für den Schutz des Waldes. Der Arabuko Urwald ist ein Modell für Naturschutz in Afrika. Die Anwohner sollen vom Wald leben können, ohne ihm zu schaden. Mehr als 600 Pflanzenarten, dazu hunderte verschiedener Tierspezies. Der Wald ist ein Brennpunkt biologischer Vielfalt. Ein Weltnaturerbe. Kenia hat ihn zum Nationalpark erklärt. Auch wenn die meisten Besucher keine Rüsselhunde zu Gesicht bekommen, die kleinen Wesen am Rande machen den Zauber aus. Doch auch der Lebensraum der Rüsselhündchen im Arabuko Nationalpark ist bedroht: Immer näher rücken die Siedlungen heran. Von allen Seiten wächst der Druck auf den Wald und auf die Tiere, die darin leben.

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