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DP Hunter im Einsatz

Die "DP Hunter" vor der Küste Tahitis. Das Forschungsschiff steht im Dienst der Wissenschaft. Die Mission: Fossile Korallen erbohren, die am Ende der letzten Eiszeit abgestorben sind. Doch bevor gebohrt wird, muss das Schiff in Position gebracht werden. Die fossilen Korallen liegen nur 100 Meter vom heutigen Riff entfernt. Das Schiff manövriert also in Küstennähe, was das ganze Unterfangen schwierig macht. Mittels Satellitennavigation wird die "DP Hunter" exakt ausgerichtet. Das "DYNAMIC POSITIONING SYSTEM" besteht aus mehreren GPS- Empfangseinheiten auf dem Dach der Brücke und einem Rechner, der diese Daten mit Tiefenmessungen abgleicht und die genaue Position bestimmt. Vollautomatisch werden sechs Turbinen im Rumpf des Schiffes angesteuert, die die Position des Stahlkolosses bis auf fünf Meter genau halten können. William A. Roger, Kapitän DP Hunter"Wir sind jetzt gerade im Moment nicht viel mehr als 300 Meter vom Riff entfernt, wo die Wassertiefe schnell von100 Metern bis zu 0 Metern ansteigt. Ich würde gerne die 0 Meter vermeiden. Sollte etwas schief gehen müssen wir sofort reagieren. Wenn alle Systeme ausfallen, dann dauert es seine Zeit, bis alle Maschinen hochgefahren sind. Wir müssen einfach am Ball bleiben." 35 Meter hoch ist der Bohrturm, der auf dem hinteren Deck eigens für diese Expedition errichtet wurde. Ein Becken im Rumpf, der sogenannte "Moonpool" öffnet den Zugang zur Unterwasserwelt. Die Forscher gehen auf Zeitreise, denn je tiefer sie bohren, desto weiter können sie in die Vergangenheit blicken. Durch den "Moonpool" im Rumpf der "DP Hunter" reicht die Hülle des Bohrers bis zum Meeresboden. Fixiert wird die Konstruktion durch ein schweres Gewicht am Grund. Der Bohrer gräbt sich langsam aber sicher in das poröse Gestein. Mit dem Kernzylinder im Inneren werden die Korallen geborgen und Meter für Meter an Bord des Schiffes geholt. Im 15 Minuten-Takt kommt ein mal mehr, mal weniger gefüllter Kernzylinder an Deck. Vor mehr als 23.000 Jahren sind diese Korallen abgestorben. Die einzigen Zeugen eines radikalen Klimawandels, der sich vielleicht wiederholen könnte. Auf diese Bohrproben wartet die Fachwelt schon lange. Über 30 Wissenschaftler untersuchen die Korallen direkt an Bord. Dr. Holger Kuhlmann, Expeditionslogistiker:"Die Expedition ist bis zum jetzigen Zeitpunkt schon sehr erfolgreich gewesen. Wir hatten schon Erlebnisse hier, als die Kerne heraus gekommen sind, da sind alle Wissenschaftler zusammen gelaufen und haben sich gefreut und konnten den einen oder anderen Punkt ihrer Ziele bereits abhaken, so dass also die Stimmung sehr gut ist."Nach 41 Tagen und Nächten auf der "DP Hunter" ist der letzte Kern eingeholt. 620 Meter Korallen hat die Expeditionscrew erbohrt. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit. Wissenschaftler aus aller Welt werden noch lange damit beschäftigt sein, die versteinerten Zeichen der Vergangenheit zu analysieren.

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