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Einblick ins Gehirn

Nirgendwo auf der Welt arbeiten mehr Hirnforscher als hier in Kalifornien. Das Gebiet zwischen Los Angeles und San Diego wird auch "Neuron Valley" genannt. Am berühmten "California Institute of Technology", der Nasa-Universität, beschäftigt man sich mit der Frage: Wer ist Ich? Tatsächlich wollen die Forscher das Bewusstsein des Menschen im Gehirn sichtbar machen. Für sie ist das Bewusstsein ein Endprodukt eines komplexen Systems, das an vielen Orten im Gehirn gleichzeitig Sinneswahrnehmungen verarbeitet. Christof Koch, Neurobiologe und Neurophysiker: "Wenn ich ein Gehirn habe wie sie und ich es haben. Es fühlt sich irgendwie an, es fühlt sich an Lust zu haben, Schmerz zu haben, Rot zu sehen, und wieso kommen diese Gefühle in die Welt?" Koch und sein Team suchen nach Antworten und zwar mit Hilfe der Augen. Denn der direkteste Zugang zum Bewusstsein, der sich gut verfolgen lässt, ist das Sehen: Wie viel von dem, was wir tagtäglich sehen, nehmen wir eigentlich bewusst war? Und wie viel nicht? Im sogenannten Eye-Tracker wird das genau untersucht. Für drei Sekunden wird der Versuchsperson ein Bild mit vielen Gegenständen gezeigt. Ein in die Brille montiertes Messgerät zeichnet dabei genau auf, wie die Augenbewegungen verlaufen. Dann markiert die Versuchsperson die Gegenstände, an die sie sich erinnert. Die Hirnforscher lernen so zu verstehen, wie unsere unbewusste Aufmerksamkeit Augenbewegungen steuert. Unser Auge sieht also unendlich viel mehr, als wir bewusst wahrnehmen. Trotzdem landet auch die unbewusste Wahrnehmung irgendwo im Gehirn. Aber wo, und was passiert damit genau. Dieser Test soll es zeigen: Zwei unterschiedliche Bilder erscheinen auf dem Monitor, ein Haus und ein Gesicht. Durch eine Spezialbrille kann jedes Auge nur ein Bild sehen. Was passiert nun in unserer Wahrnehmung. Da wir nicht zwei unterschiedliche Bilder gleichzeitig erkennen können, kommt es zu einer Art Wettstreit der Neuronen in unserem Gehirn, darum, welches der Bilder unser Bewusstsein erreicht. Christof Koch, Neurobiologe und Neurophysiker: "Was wir sehen wollen sind die Gehirnareale die aktiv sind, wenn das Gesicht bewusst gesehen wird. Und wir wollen wissen, wie sieht die Aktivität aus, wenn das Gesicht nicht gesehen wird. Und was man hier sehen kann, in einem Areal, das ist primär auf der rechten Seite, es ist ein bisschen kleiner und schwächer repräsentiert auf der linken Seite und das wissen wir auch von unseren Experimenten, das reagiert stark auf Bilder von Gesichtern und es reagiert viel weniger wenn man zum Beispiel Häuser zeigt. Man muss sich vorstellen, diese Areale sind vielleicht so groß wie ne Erbse und da sind in etwa, wahrscheinlich zwei Millionen Neurone." Um dem Bewusstsein auf die Spur zu kommen, gilt es also, genau diese Neuronen zu finden. Sind die einen aktiv, dann wird uns die Information bewusst, wenn die anderen aktiv sind, dann wird die Information vielleicht weiter gereicht und verarbeitet, aber sie wird uns nicht bewusst. Wenn wir uns also beispielsweise auf eine rote Rose konzentrieren, dann sind wir nicht in der Lage, gleichzeitig andere Dinge um uns herum bewusst wahrzunehmen. Bis diese Wahrnehmung dann von der nächsten abgelöst wird, die durch andere Neuronengruppen geformt wird. All das - komplexe Prozesse im Gehirn, die zu Fuss-Spuren in unserem Bewusstsein werden.

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