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Entgiftung durch Pflanzen

Helmholtz Zentrum für Umweltforschung in Leipzig. In diesem Glashaus haben Wissenschaftler ein ehrgeiziges Projekt gestartet: Pflanzen sollen zur Entgiftung von verseuchtem Grundwasser eingesetzt werden. Das Pilotprogramm: Constructed Wet Land. Ein nachgebautes Feuchtgebiet, bei dem Schilfpflanzen hochkonzentrierte Schadstoffe aus dem Grundwasser filtern. Und tatsächlich, es funktioniert, die Schilfpflanzen entgiften das Wasser: Die Reinigungswirkung beruht vor allem auf mikrobiologischen Vorgängen. Die Pflanzen leisten einen verstärkten Sauerstoffeintrag in den Wurzelraum. Der begünstigt die Lebensbedingungen für Schadstoff abbauende Mikroorganismen. Die Pflanzen führen dem kontaminierten Wasser zusätzlich Sauerstoff zu. Am Ende des biologischen Abbaus sollen nur noch Wasser und Kohlendioxid übrigbleiben. Holger Weiß, Helmholtz Zentrum für Umweltforschung "Wir haben hier eine Anlage in der wir genau wissen, wie viel Wasser geht rein, wie viel Wasser geht raus. Mit welchen Schadstoffmengen haben wir es zu Beginn zu tun, mit welchen am Schluss. Wir können alle Randbedingungen messen, auch verändern. So dass wir am Ende unserer Forschungsarbeiten diese natürlichen Prozesse so gut verstehen werden, dass wir sie steuern können. " Die Forscher nehmen kontinuierlich Proben, denn es gibt noch viele Unklarheiten. Wie stark etwa sind die Pflanzen belastet. Können sie später kompostiert oder müssen sie als Sondermüll verbrannt werden. Der Grad der Belastung variiert noch, auch im Grundwasser. Im Labor schauen die Forscher genauer hin. Hier wird mit Hilfe eines Hochfrequenz-Plasmas der Eisengehalt des Wassers bestimmt. Die Werte sind noch instabil. Es sind noch viele Fragen zu klären, doch in Zukunft könnten derartige Pflanzen einen wichtigen Beitrag zur Dekontamination von verseuchtem Grundwasser leisten.

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