wissen.de
Total votes: 107
VIDEO

EZB - Hüterin des Geldes

Die Europäische Zentralbank, kurz EZB, ist die Hüterin der Währung. Ihren Sitz hat sie im Eurotower in Frankfurt am Main. Sie ist das Organ der Europäischen Union, das für die gemeinsame europäische Währung zuständig ist. Die Entwicklung der Europäischen Zentralbank ist eng verbunden mit der Einführung des Euros. 1992 haben die damaligen EU-Staats und Regierungschefs den Vertrag von Maastricht unterzeichnet. Damit wurde nicht nur eine gemeinsame Währungsunion beschlossen, sondern auch ganz konkret die Arbeit und die Aufgaben der EZB festgelegt. In ihrer jetzigen Form gibt es die EZB erst seit dem 1. Juni 1998. Um ihre Aufgaben zu erfüllen arbeitet die EZB mit dem Europäischen System der Zentralbanken zusammen. Diesem System gehören alle nationalen Zentralbanken an. Die EU-Länder, die bereits den Euro eingeführt haben, werden zusammen mit ihren Nationalbanken und der EZB als Eurozone bezeichnet. Die wichtigste Säule, auf der die Europäische Zentralbank gründet, ist ihre Unabhängigkeit: Weder die EU-Organe noch die Regierungen der Mitgliedstaaten dürfen die Entscheidungen und Handlungsanweisungen der EZB beeinflussen. Das vorrangigste Ziel der EZB ist es für die Kaufkraft des Euro und somit für Preisstabilität im Euroraum zu sorgen. Preisstabilität ist dann gegeben, wenn weder Inflation, noch Deflation, vorliegen. Die europäische Zentralbank muss also gewährleisten, dass die durchschnittliche Teuerungsrate im Vergleich zum Vorjahr nicht größer als zwei Prozent ausfällt. Unternehmern und Verbrauchern soll das Sicherheit geben. Für diese Preisstabilität sorgt die Europäische Zentralbank mit dem Instrument der Geldmarktpolitik: Die EZB bestimmt, wie teuer Geld ist. Sie legt die kurzfristigen nominalen Zinssätze fest, die die Banken zahlen müssen, wenn sie einen Kredit von der Zentralbank erhalten wollen: Die Banken müssen Kredite bei der Zentralbank aufnehmen, da sie Geld für ihre Kunden benötigen. Geben Banken nun Kredite an Unternehmen und Privatleute aus, orientieren sich die Zinssätze am Leitzins. Erhöht also die EZB den Leitzins, dann wird es für Unternehmen und Privathaushalte teurer Geld aufzunehmen. Gleichzeitig lohnt es sich aber, Geld zu sparen. Die Folge: Weniger Geld ist im Umlauf, die Nachfrage sinkt, Produkte werden günstiger. Senkt die EZB den Leitzins, dann tritt das Gegenteil in Kraft: Mehr Geld kommt in den Umlauf. Die Nachfrage steigt, Produkte werden teurer. Somit gebietet die EZB der Inflation und Deflation Einhalt und sorgt gleichzeitig dafür, dass immer eine gewisse Geldmenge im Umlauf ist.

Total votes: 107