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Foodstylist

Der Bauer Verlag in Hamburg. In Versuchsküche, Konferenzraum und Fotostudio entstehen 4 verschiedene Kochzeitschriften. Rund 1.600 neue Rezepte werden jedes Jahr in der Food-Redaktion entwickelt und das immer mit Vorlauf. Im Sommer wird bereits über Weihnachten nachgedacht. Da muss man ein gutes Gespür für die richtigen Trends haben. In der Versuchsküche kocht Katharina Dahl das, was sich die Food-Redakteure ausdenken. Der Tag beginnt für die Food-Stylistin mit der Lieferung der Lebensmittel. Katharina Dahl, Foodstylistin: "Mein Tag ist extrem strukturiert. Also, wir kriegen morgens, wir fangen um 9.00 Uhr an, um 10.00 kommt spätestens die Ware, sprich das Gemüse. Wir haben 6, 7 Gerichte, Fotos also. Das erste sollte relativ zügig auch stehen, also so um 11.00 spätestens. Mittagspause ist dann noch mal und 18:00 Uhr Schluss, also man muss das einfach strukturiert durchziehen." Dabei greift Katharina auf ganz herkömmliche Küchengeräte zurück. Der Leser soll die Gerichte auch zu Hause problemlos nachkochen können. Auf ihrem Weg zur Food-Stylistin musste die Profiköchin allerdings einiges dazu lernen. Katharina Dahl, Foodstylistin: "Eine Köchin kocht alles gerade in dem Augenblick mit ein bisschen Vorbereitung. Ich koche fürs Foto, das heißt, wir richten das Essen hier in der Küche an, kriegen das Geschirr, stellen es ins Studio und durch die Kameraperspektive ist das doch oft noch mal ganz was anderes. Und dann geht's manchmal darum, kleine Blättchen zu rücken oder Kartoffeln zu rücken. Das geht vom Hundertsten manchmal ins Tausendste." Aber kann man das, was hier so lecker aussieht, auch essen? Katharina Dahl, Foodstylistin: "Ja. Bei uns sind alle Gerichte essbar. Es kann sein, dass da mal ein Zahnstocher drin ist. Das ist sehr fettig, weil wir natürlich Frischem mit ganz viel Öl - ob das nun rotes Paprikaöl ist oder so ein Wasser-Ölgemisch. Für den schlanken Fuß ist das nicht gedacht. Aber es ist alles essbar. Und das wird definitiv mit großer Begeisterung gegessen, Ja." Im Fotostudio nebenan entstehen die Bilder zu den Rezepten. Florian ist Food-Fotograf. Er inszeniert den Look im Foto. Florian, Food - Fotograf: "Das Licht - ein Food-Stylist würde mich wahrscheinlich abstrafen - ist für mich in der letzten Konsequenz eigentlich das Wichtigste. Wenn das nicht vernünftig gemacht ist, kommt das Essen einfach nicht rüber. Ich muss in einem lichtleeren, lichtlosen Raum ein Licht setzen, was den Betrachter vielleicht an eine schöne Landhausküche erinnert, wie es dort vielleicht in der Nähe des Fensters steht und das Licht flutet rüber. Da sollen Emotionen geweckt werden und letztendlich bin ich da, um dem Bild Leben einzuhauchen." Neue Genussfotos entstehen immer im Team. Fünf Tage die Woche wird hier gekocht und fotografiert. Wirklicher Genuss entsteht dann aber erst zu Hause: Beim nachkochen und genüsslich verspeisen...

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