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Geburt eines Pottwals

Seht nur, wie schnell der schwimmt. Alexandros Frantzis Das ist ein anderer ... oh, nein, sie sind alle zusammen. Es sieht so aus, als ob sie sich treffen wollen. Natalia Tsoukala: Da sind noch mehr. Voula Alexiadou: Da sind welche auf 12:30. Siehst du den Kleinen? Da ist also der eine und der Kleine bläst da drüben. Alexandros Frantzis: Den Kleinen hab ich noch nicht gesehen. Alexandros Frantzis: Acht Wale. Sie rasen geradezu. Die gesamte Gruppe zieht extreme schnell. Wir haben keine Ahnung, warum. Nach wenigen Kilometern machen die Wale eine Vollbremsung. Einige Tiere stellen sich senkrecht ins Wasser. Es sieht so aus, als wollten die Weibchen ihr normales Treffen abhalten. Keiner kann wissen, dass ihr Verhalten einen ganz anderen Grund hat. Alexandros Frantzis Thomas, das könnte gut werden. Mach dich fertig. Alexandros Frantzis Wenn Du soweit bist, gib Bescheid. Thomas ahnt nicht, was ihn erwartet. Vom Boot aus sieht niemand, was unter der Oberfläche vor sich geht. Alexandros Frantzis: Du kannst rein. Thomas Behrend: Ich hab seit Tagen und Wochen gewartet auf diesen Moment, jetzt ist er endlich da. Die Tiere waren noch nie so dicht bei uns, beim Boot in so einer großen Menge zusammen. Und ich möchte einfach nur näher ran an die Tiere. Doch die Wale sind beschäftigt und können Zuschauer gerade gar nicht gebrauchen. Unbemerkt ist in diesen Minuten ein Pottwal-Baby geboren worden! Neugierig steuert es direkt auf die Kamera zu. Mutter und Tante gefällt das gar nicht. Sie drohen Thomas, dem Eindringling. Die Weibchen müssen das Baby an die Wasseroberfläche heben, damit es atmet. Und dann haben sie auch noch vermeintliche Feinde abzuwehren. Alexandros Frantzis: Verdammt! Während die Mutter droht, kommt eine Tante zur Hilfe. Ein Flossenschlag der Mutter würde genügen, um den Tierfilmer zu töten. Alexandros Frantzis: Komm aufs Boot, schnell. Thomas schwimmt so schnell er kann. Alexandros Frantzis:Fahr geradeaus, jetzt!!! Mehrere Pottwale nehmen die Verfolgung auf. Im Abstand von knapp einem Meter jagen die Wale den Tierfilmer. Alexandros Frantzis: Komm näher ans Boot, hierher. Wenn die Wale wollten, könnten sie jetzt zuschnappen. Alexandros Frantzis: Hinter das Boot. Alexandros Frantzis: Schnell, helft ihm raus!!! Als das Team den Tierfilmer aus dem Wasser zieht, läuft die Unterwasserkamera weiter. Thomas Behrend: Wir sind durch die Strömung reingetrieben worden. Nein, an das Baby, durch Zufall. Das war richtig gefährlich. Der hatte schon, der hatte schon das Gebiss um mein Bein so rum. Wer hätte gedacht, dass das so gefährlich werden kann? Alexandros Frantzis: Siehst du das Neugeborene? Thomas Behrend: [Yes, yes, yes!] Alexandros Frantzis: In der Mitte. Sie beschützen es. Die Flossen des Neugeborenen sind noch ganz weich und biegsam, es kann kaum allein schwimmen. Thomas Behrend: Da ist es ... Baby angreifen. Thomas ist besorgt, macht sich Vorwürfe, weil er die Tiere gestört hat. Doch das Neugeborene ist zur Freude aller wohlauf. Alexandros Frantzis: Schnell, bring die Videokamera!!! Für Alexandros wird ein Traum wahr. Nach mehr als zehn Jahren Pottwalforschung ist das eine Premiere. Alexandros Frantzis: Dreh nach rechts, Bohpi. Das Team will jede Sekunde dokumentieren. Popi Gikopoulou: Leerlauf! Thomas Behrend: Ah, ich glaub es nicht. Es taucht zum Boot. Wie jedes Baby ist auch dieses neugierig. Thomas Behrend: Es sucht richtig nach Unterstützung, Alexandros? Alexandros Frantzis: Ja, verblüffend, die ganze Zeit. Gerade erst geboren, wiegt das Junge schon etwa eine Tonne und ist gut vier Meter lang. Länger als ein Jahr hat es im Mutterleib verbracht. Bis es selbständig fressen kann, wird es gesäugt, ein bis zwei Jahre lang. Thomas Behrend: Vielen Dank für diese Chance. Alexandros Frantzis: Thomas, das ist der Wahnsinn! Thomas Behrend: Wie ist das für dich. Ich meine, du hast schon so viele Pottwale gesehen? Alexandros Frantzis: Das ist etwas Unglaubliches! Vor zwei Jahren hat dieselbe Gruppe ein Junges bekommen. Aber es war schon einen Tag alt und jetzt ist dieses erst eine Stunde alt, vielleicht nur zehn Minuten. Deshalb sind die so gerast. Um sich zu sammeln, weil sie wussten, dass eine von ihnen kurz vor der Geburt stand. Thomas Behrend: Ich dank dir so sehr. Das war das Aufregendste, was ich in meinem Leben erlebt habe. Thomas hat zwar kein Säugen gefilmt, aber eine Pottwalgeburt zu erleben, hätte er nicht einmal zu träumen gewagt. Mit Alexandros schaut er sich unter Deck die Ausbeute des Tages an. Alexandros Frantzis: Ok, heruntergeladen. Hoffen wir, dass alles drauf ist. Jetzt sollte es, ja, ja. Thomas Behrend: Ich denke, das ist das Baby. Alexandros Frantzis: Das ist das Neugeborene. Thomas Behrend: Die Mutter hebt es hoch. Alexandros Frantzis: Ja, lass mal vergrößern. Thomas Behrend: Das muss die Nabelschnur sein. Alexandros Frantzis: Wir haben es. Sieh dir das an. Erstaunlich. Das ist das beste Foto eines Pottwals, das man sich vorstellen kann. Thomas Behrend: Ich freu mich so für Dich!

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