wissen.de
Total votes: 34
VIDEO

Gefahr im Kinderzimmer

Die Gefahr im Kinderzimmer wächst. Bleihaltiges Spielzeug macht immer wieder Schlagzeilen. Eine Prüfpflicht für Spielzeuge gibt es bislang nicht. So kann es passieren, dass dieses Seepferdchen auf den Markt kommt, obwohl es in hohem Maße blei- und chrombelastet ist. Die Messung mit der Röntgenpistole ergibt alarmierende Werte. Martin Büscher, Spielzeugexperte: "Für das Kind, wenn es mit Schadstoffen in Berührung kommt bzw. sie biologisch aufnimmt, da gibt's natürlich vielerlei Gefahren. Auf der einen Seite muss es natürlich eine sehr hohe Dosis sein, das direkt das Kind etwas merkt. In der Regel sammeln sich diese Schadstoffe an und man hat Langzeitwirkungen, die man natürlich immer wenig zurückführen kann auf ein bestimmtes Spielzeug. Niemand ist in der Lage nach 30 Jahren zu sagen, du hast vor 30 Jahren mal ein Spielzeug benutzt, dass Blei behaftet war. Das ist aber eben auch das Problem bei der ganzen Sache." Mit einem Test wollen die Wissenschaftler testen, ob sich die Schadstoffe aus dem Spielzeug herauslösen können. Etwa, wenn ein Kind daran nuckelt oder Farbsplitter verschluckt. Um das herauszufinden, versetzen die Wissenschaftler einzelne Partikel des Spielzeugs mit einer Chemikalienlösung, die die Magensäure des Menschen simuliert. Gehen die Schadstoffe tatsächlich in die Säure über, steht fest, dass dieses Spielzeug eine akute Gefahr für die Gesundheit darstellt. Martin Büscher, Spielzeugexperte: "Schon heute sind Tausende von Chemikalien verboten. Das Problem, dass wir im Labor haben ist, dass wir uns nur auf einige wenige stützen können und die dann auch nachweisen bzw. auch nicht nachweisen. Würde man alle diese tausend Stoffe versuchen zu analysieren, könnte man aus Kostengründen kein einziges Produkt mehr verkaufen. Das Problem besteht also dann immer gerade die richtigen und die schädlichsten zu finden und diese zu analysieren." Einige Stunden später ist die Behandlung mit dem Magensäuresimulanz abgeschlossen. Die Analyse mit einem Massenspektrometer liefert exakte Ergebnisse: Die Blei- und Chromgehalte sind in die Säure übergegangen. Die Grenzwerte wurden um das 30-fache überschritten. Dieses Spielzeug, in China hergestellt, hätte so niemals auf den Markt kommen dürfen, die Risiken sind unkalkulierbar. Das Seepferdchen wird sofort aus dem Verkehr gezogen.

Total votes: 34