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Gezeiten

Bei den großen Gewässern der Erde bezeichnen die Gezeiten das regelmäßige Kommen und Gehen des Wassers, Ebbe und Flut. Rund alle 6 Stunden wechseln sich die beiden ab. Den größten Unterschied zwischen Ebbe und Flut gibt es vermutlich in Kanada: dort sind es etwa 15 Meter. An der Nordsee weicht das Wasser bis zu 4 Meter zurück, an der Ostsee nur rund 30 Zentimeter. Hans-Jügren Brumsack, Forscher: "Ich vergleich das so immer mit einem Mini-Tsunami, der hier die Flutwelle erzeugt, der kommt regelmäßig, ist auch relativ ungefährlich, wenn man sich auskennt in der Gegend, aber wenn sie so wollen, ganz extrem hat man es natürlich dort, wo der offene Atlantik an eine Küste stößt." Aber wo fließt das Wasser bei Ebbe hin? Ist es wie bei einer Badewanne, jemand zieht den Stöpsel und das Wasser fließt einfach ab? Verantwortlich für die Gezeiten ist der Mond. Durch seine Anziehungskraft wirkt er wie ein großer Magnet. Die Folge: das Wasser fließt nach oben, Richtung Himmel. Dort, wo der Mond der Erde am nächsten ist, befindet sich besonders viel Wasser, eine Art Flutberg entsteht. Doch auch auf der gegenüberliegenden Seite bildet sich ein Flutberg. Die gängigste Theorie besagt: Mond und Erde bewegen sich um einen gemeinsamen Drehpunkt, dadurch entstehen Fliehkräfte, die das Wasser auftürmen. Die Erde dreht sich zusätzlich einmal pro Tag um sich selbst, deshalb kommt es zweimal täglich zu Ebbe und Flut. Durch die Gezeiten entstand auch das Wattenmeer. Hans-Jürgen Brumsack, Forscher: "Wir betrachten das Wattgebiet als einen Bioreaktor oder als ein Klärwerk. Und das ist genau dieser Effekt, das Wasser dringt ein in den Sand und bei Ebbe verschwindet es wieder, aber die Stoffe, die im Wasser enthalten sind, die bleiben im Sand zurück und die dienen als Nahrungsgrundlage." Das Wattenmeer ist die Kinderstube für viele Tiere. Einige können sowohl in Salz- als auch in Süßwasser leben, sie haben sich perfekt angepasst.

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